Samstag, 4 April 2020
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50 Jah­re altes Feu­er­wehr­fahr­zeug geht in den Ruhe­stand

Das alte Dreh­lei­ter­fahr­zeug der Feu­er­wehr Triebes war mehr als 50 Jah­re alt. Jetzt konn­te es durch ein neu­es Fahr­zeug ersetzt wer­den.

Einen gewis­sen Charme strahlt er ja schon aus, die­ser S‑4000. Das knall­ro­te Ein­satz­fahr­zeug mit der Dreh­lei­ter steht für jenen design­tech­ni­schen Prag­ma­tis­mus, der vie­le DDR-Fahr­zeu­ge aus­macht. Run­de Knopf­au­gen. Ein Küh­ler­grill, der an zwei Nasen­lö­cher erin­nert. Knuf­fig und kraft­voll. Wer aller­dings hört, dass die­ser Old­ti­mer mit dem Bau­jahr 1965 nicht aus einem Muse­um kommt, son­dern bis zuletzt regel­mä­ßig Ein­sät­ze fuhr, dem kann ganz anders wer­den.

Seit vie­len Jah­ren for­der­te die Feu­er­wehr Triebes ein neu­es Lei­ter­fahr­zeug. Aber das Geld war knapp und ein neu­es Gefährt teu­er. Jetzt aber hat es geklappt.

Am Sams­tag konn­te das über 50 Jah­re alte Lei­ter­fahr­zeug end­lich in den Ruhe­stand gehen. „Die­sen Moment haben wir lan­ge ersehnt“, sag­te Stadt­brand­meis­ter Stef­fen Jubold bei der offi­zi­el­len Über­ga­be des neu­en Fahr­zeugs. Einen klei­nen Sei­ten­hieb auf Bür­ger­meis­ter Nils Ham­mer­schmidt (par­tei­los) konn­te er sich dabei nicht ver­knei­fen. „Die Haus­halts­la­ge hat es ein­fach nicht zuge­las­sen“, erwi­der­te der Bür­ger­meis­ter. Die Kos­ten für das Fahr­zeug lie­gen immer­hin bei gut einer drei­vier­tel Mil­lio­nen Euro.

Als die Stadt aller­dings im Früh­jahr 2018 Mehr­ein­nah­me bei den Steu­ern ver­zeich­nen konn­te, sei der Moment güns­tig gewe­sen. Mit Zustim­mung der Kom­mu­nal­auf­sicht bestell­te man den Rosen­bau­er L27‑C. „Eigent­lich dau­ert so ein Auf­trag zwei Jah­re. Wir freu­en uns, dass es schnel­ler geklappt hat“, sagt Stef­fen Jubold. Rund 600.000 Euro der Kos­ten wer­den von der Stadt getra­gen. 160.000 Euro För­der­mit­tel gibt es oben drauf.

Mehr Mög­lich­kei­ten, Sicher­heit und Geschwin­dig­keit

Das neue Fahr­zeug ist ein gro­ßer Gewinn an Sicher­heit“, sagt Stef­fen Jubold. Denn die Pro­ble­me mit dem alten S‑4000 wur­den immer mehr. Vor zwei Jah­ren fiel die Dreh­lei­ter ganz aus. „Nicht aus­zu­ma­len, wenn dies wäh­rend eines Ein­satz pas­siert wäre“, so der Stadt­brand­meis­ter. Das neue Fahr­zeug bedeu­tet aber auch mehr Ein­satz­mög­lich­kei­ten und Zeit­ge­winn im Not­fall. So lässt sich an der 27 Meter lan­ge Lei­ter ein Ret­tungs­korb mit Lie­ge mon­tie­ren. So las­sen sich auch kör­per­lich ein­ge­schränk­te Per­so­nen aus gro­ßer Höhe befrei­en. Eine Was­ser­lei­tung am Kran ermög­licht zudem das genaue Löschen in den obe­ren Eta­gen.

Die Län­ge der Lei­ter sei für alle Wohn­häu­ser in Zeulenroda-Triebes aus­rei­chend. Das Fahr­zeug bie­tet Platz für drei Fah­rer und ist sowohl mit Digi­tal- als auch Ana­log­funk aus­ge­stat­tet. „Die ers­te Kame­ra­den wur­den bereits unter­wie­sen“, so Stef­fen Jubold. Die Stütz­punkt­feu­er­wehr Zeulenroda hat aller­dings nach der Beschaf­fung in Triebes ihr gemie­te­tes Dreh­lei­ter­fahr­zeug abge­ben müs­sen. Das spa­re 6000 Euro im Monat. Den­noch braucht die Stütz­punkt­feu­er­wehr in abseh­ba­rer Zeit wie­der ein eige­nes Dreh­lei­ter­fahr­zeug, da sie auch regel­mä­ßig bei Ein­sät­zen im Land­kreis zum Ein­satz kommt. „Eine wei­te­re Neu­be­schaf­fung ist nun die Auf­ga­be des Land­krei­ses“, so Bür­ger­meis­ter Nils Ham­mer­schmidt. Für den S‑4000 inter­es­sie­ren sich nun wirk­lich die Muse­en. „Es gibt bereits zwei Anfra­gen“, bestä­tigt Stef­fen Jubold. Einen Lebens­abend als Aus­stel­lungs­stück hät­te sich die wacke­re DDR-Schön­heit auf jeden Fall ver­dient.

28.01.2020_OTZ

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