Mittwoch, 21 Oktober 2020
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The­ma Lösch­was­ser rückt in den Fokus

Frei­wil­li­ge Feu­er­weh­ren im Land­kreis Greiz sind tech­nisch nicht opti­mal aus­ge­stat­tet. Es fehlt auch an Ein­satz­kräf­ten

Beim The­ma Was­ser ist man sich einig: Es wird eng. Und das Wet­ter der ver­gan­ge­nen Jah­re tut sein übri­ges. Kreis­brand­in­spek­tor Ste­phan Jung­hans erklärt, dass die ört­li­che Lösch­was­ser­ver­sor­gung Auf­ga­be der Kom­mu­nen ist.

Die­se sei, so Jung­hans, in den ver­gan­ge­nen Jah­ren eher stief­müt­ter­lich erle­digt wor­den, bie­tet aber Kom­mu­nen und Gemein­den in
die­ser Sache ein gemein­sa­mes Zusam­men­wir­ken an.

Der Grei­zer Stadt­brand­meis­ter Hei­ko Poh­le sagt, dass sich die anhal­ten­de Tro­cken­heit nega­tiv auf die Was­ser­vor­rä­te in den
Lösch­tei­chen, Bächen und Flüs­sen aus­ge­wirkt habe. Erklärt aber auch, dass der gesetz­lich gefor­der­te Grund­schutz im
Grei­zer Stadt­ge­biet sicher­ge­stellt sei.

” Lösch­was­ser, ob aus Hydran­ten oder offe­nen Gewäs­sern wird immer mehr zum Pro­blem Num­mer eins. Die Zahl der offe­nen Gewäs­ser, vor allem in den Wäl­dern und wald­na­hen Gebie­ten, wird immer gerin­ger” , sagt der Stadt­brand­meis­ter von
Zeulenroda-Triebes, Stef­fen Jubold, zur Situa­ti­on. ” Bestehen­de Gewäs­ser kön­nen nur mit einem immensen finan­zi­el­len Auf­wand erhal­ten wer­den oder fal­len land­wirt­schaft­li­cher Nut­zung zum Opfer. Drin­gend benö­tig­tes Lösch­was­ser bei Wald und Vege­ta­ti­ons­brän­den muss aus gro­ßer Ent­fer­nung geholt wer­den. Und hier kommt gleich das nächs­te Pro­blem.

Groß­tank­lösch­fahr­zeu­ge sind in Thü­rin­gen noch eine Sel­ten­heit” , bringt Jubold die Was­ser­si­tua­ti­on aus sei­ner Sicht auf den
Punkt.

Auch Kreis­brand­in­spek­tor Jung­hans sieht die Belan­ge der Feu­er­wehr bei der Fra­ge, ob man bestehen­de Was­ser­re­ser­voirs
erhält oder nicht, eher dritt­ran­gig. Sagt aber auch, dass bestehen­de Was­ser­re­ser­voirs natür­lich auch für die Feu­er­wehr­leu­te
erreich­bar sein müs­sen. Jung­hans erklärt, dass auch Trink­was­ser­lei­tun­gen nicht ein­fach ange­zapft wer­den kön­nen.

Die Lei­tun­gen der Was­ser­zweck­ver­bän­de sei­en dafür nicht gemacht. Laut der Sat­zun­gen der Zweck­ver­bän­de sei­en die­se auch nicht dafür zustän­dig, erklärt Ste­phan Jung­hans.

Doch die Gemein­den und Städ­te im Land­kreis arbei­ten an der Was­ser­pro­ble­ma­tik. ” Durch die Stadt Zeulenroda-Triebes wird in den letz­ten Jah­ren gro­ße Anstren­gung unter­nom­men, die Lösch­was­ser­si­tua­ti­on vor allem in den Orts­tei­len zu ver­bes­sern.

Drei Lösch­tei­che wur­den grund­sa­niert und ein vier­ter ist in Pla­nung” , erzählt Jubold. Die Gemein­de Ber­ga hat in die­sem Jahr den Lösch­was­ser­teich in Werns­dorf sanie­ren las­sen und in Ober­gei­ßen­dorf wird eine Zis­ter­ne instal­liert.

Stadt­brand­meis­ter Jubold sieht die Anschaf­fung von Groß­tank­lösch­fahr­zeu­gen als drin­gend not­wen­dig. ” Bei grö­ße­ren Feld oder Wald­brän­den sind die Kame­ra­den bei der Brand­be­kämp­fung auf die orts­üb­li­chen Tank­lösch­fahr­zeu­ge ange­wie­sen.

Die­se sind bei einem Vege­ta­ti­ons­brand nicht aus­rei­chend” , so Jubold.

Die im Ein­satz befind­li­chen Fahr­zeu­ge haben ein Fas­sungs­ver­mö­gen von 2400 bis 3000 Liter, erklärt Kreis­brand­in­spek­tor
Jung­hans. ” Gegen­wär­tig sind eini­ge Kom­mu­nen dabei, für Ein­satz­tech­nik, die bereits mehr als 25 bis 30 Jah­re alt ist, Ersatz
zu beschaf­fen. 2019 wur­de für den Bereich Greiz ein neu­es Tank­lösch­fahr­zeug durch den Land­kreis Greiz beschafft.

In die­sem Jahr wird ein wei­te­res Tank­lösch­fahr­zeug für den Bereich Ron­ne­burg in Dienst gestellt und für 2021 ist für den Bereich Ron­ne­burg die Sta­tio­nie­rung eines neu­en Hil­fe­leis­tungs-Lösch­grup­pen­fahr­zeu­ges (HLF10) geplant” , sagt Jung­hans.

Jubold for­dert, dass mit der Beschaf­fung von geeig­ne­ten Wald­brand­lösch­fahr­zeu­gen durch Bund und Län­der kurz­fris­tig zu begin­nen
sei.

Neben dem Was­ser sieht Kreis­brand­in­spek­tor Jung­hans ein wei­te­res Pro­blem in der Per­so­nal­fra­ge: ” In vie­len Feu­er­weh­ren
sind vor allem tags­über zu wenig Ein­satz­kräf­te vor­han­den. Was nützt die bes­te und moderns­te Tech­nik, wenn kei­ne Ein­satz­kräf­te vor­han­den sind, um die Tech­nik zu bedie­nen.”

Hei­ko Pohl wünscht sich, dass sich zur Ver­bes­se­rung der Mit­glied­stär­ke mehr Bür­ger für die ehren­amt­li­che Tätig­keit begeis­tern und ver­pflich­ten.

2019 kam es zu mehr als 70 Brand­ein­sät­zen im Bereich Wald, Baum, Gras, Hei­de, Busch, Moor sowie Acker.

In die­sem Jahr wur­den bis Anfang August etwa 30 sol­cher Brand­ein­sät­ze gezählt.
Über 100 Feu­er­wehr­leu­te muss­ten im Juli 2019 zu einem Feld- und Wald­brand zwi­schen Wei­ßen­dorf und Triebes aus­rü­cken. Cir­ca 50 Hekt­ar Land stan­den in Flam­men.

OTZ/29.08.2020

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