Donnerstag, 21 Januar 2021
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Stütz­punkt­feu­er­wehr bekommt Rettungsboot

Gerüs­tet für jeg­li­che Hil­fe auf dem Zeu­len­ro­da­er Meer vom Was­ser aus

Die Tau­cher der Stütz­punkt­wehr Zeulenroda bekom­men ein Ret­tungs­boot, das für die Ein­sät­ze an drei Tal­sper­ren in der Regi­on, der Vor­sper­re Rie­del­müh­le, der Tal­sper­re Zeulenroda und der Wei­da­tal­sper­re geeig­net ist. Das beschlos­sen am Mitt­woch­abend mit 14 Ja-Stim­men und neun Ent­hal­tun­gen die Mit­glie­der des Stadtrates.

Die Kos­ten für das vom Land Thü­rin­gen emp­foh­le­ne, wirt­schaft­lichs­te Ange­bot der Fir­ma SBS Ander­nach GmbH betra­gen rund 110.809 Euro. Im Haus­halts­plan 2020 sind für die Beschaf­fung des Boo­tes Mit­tel in Höhe von 60.000 Euro ein­ge­plant. Das Ret­tungs­boot hat alle benö­tig­ten DIN gerech­ten Vor­aus­set­zun­gen, um vom Was­ser aus an den Hang­la­gen Feu­er zu löschen und Men­schen zu ber­gen und zu ret­ten. Alle gefor­der­ten DIN-Vor­rich­tun­gen wie Echo­lot und Funk­tech­nik sind vor­han­den. Zudem sei es aus­ge­rüs­tet für die Auf­nah­me von acht Ein­satz­kräf­ten, im Was­ser ver­un­fall­te Was­ser­sport­ler pati­en­ten­ge­recht auf­zu­neh­men, mit einer Pum­pe und ent­spre­chen­der Ret­tungs­tech­nik aus­ge­rüs­tet. Das Ret­tungs­boot, des­halb auch die Emp­feh­lung des Frei­staa­tes, könn­te mit der Aus­stat­tung auch inner­halb des Kata­stro­phen­schut­zes des Lan­des Thü­rin­gen zum Ein­satz kom­men. Aus die­sem Grund wird das Land Thü­rin­gen die Anschaf­fung des Ret­tungs­boo­tes mit 45.000 Euro för­dern. Zudem wur­den wei­te­re 10.400 Euro För­der­mit­tel zuge­sagt. Damit wird im Ver­mö­gens­haus­halt der Stadt Zeulenroda-Triebes eine Sum­me in Höhe von 4590 Euro eingespart.

Vor der Beschluss­fas­sung gab es eine aus­führ­li­che Dis­kus­si­on. Stadt­rat Micha­el Glock (CDU) hat­te die Debat­te um die kos­ten­in­ten­si­ve Anschaf­fung des Ret­tungs­boo­tes RTB2, für die Tauch­ab­tei­lung der Stütz­punkt­wehr ange­scho­ben, indem er eine kos­ten­güns­ti­ge­re Vari­an­te bei einem ande­ren Anbie­ter aus­fin­dig gemacht hat­te. Die soll­te einen Kos­ten­um­fang von gut 40.000 Euro haben.

Aller­dings ist dem Stadt­brand­meis­ter Stef­fen Jubold schon vor Ort anhand eines Fotos, dass der CDU-Mann prä­sen­tier­te, auf­ge­fal­len, dass genau die­ses Boot für die Men­schen­ret­tung nicht aus­rei­chend wäre, dass es vom rei­nen Umfang her kei­nen Platz für eine Pum­pen­in­stal­lie­rung bie­tet und eini­ges mehr.

Micha­el Glock begrün­de­te sei­ne Suche nach einer kos­ten­spa­ren­den Vari­an­te damit, dass nicht nur am Strand des Bio-See­ho­tels ein Boot zur Ret­tung von Stand up Padd­ler vor­han­den wäre, auch der Segel­club in Quin­gen­berg hät­te zwei Boo­te für die Ret­tung von ver­un­fall­ten Was­ser­sport­lern vor­rä­tig. Sei­ner Mei­nung nach wür­den die­se Mög­lich­kei­ten aus­rei­chend sein, sodass eine sol­che Kos­ten­in­ten­si­ve Anschaf­fung nicht mehr not­wen­dig sei, zumal die Stadt die­se Mit­tel für ande­re Inves­ti­tio­nen ein­set­zen könn­te, so Glock.

Not­wen­dig­keit der Ret­tung — Hei­di Hen­ze zur Debat­te über Anschaffungskosten

Das ver­dient wahr­lich Aner­ken­nung, wenn sich die Stadt­rä­te vor einer Beschluss­fas­sung aus­führ­lich mit dem jewei­li­gen The­ma beschäf­ti­gen. Immer­hin und das sei hier noch ein­mal aus­drück­lich betont, tun sie das alles im Ehren­amt. Gut ist auch, wenn sie die Ein- und Aus­ga­ben der Stadt im Auge behalten.

Um dafür, wie für das anzu­schaf­fen­de Ret­tungs­boot für die Stütz­punkt­wehr Zeulenroda, auch alle Infor­ma­tio­nen vor­lie­gen zu haben, wur­de in der Ver­gan­gen­heit extra der Arbeits­kreis Feu­er­wehr gebil­det. Hier sind aus jeder Frak­ti­on des Stadt­ra­tes Ver­tre­ter integriert.

Haut­nah sind sie am Gesche­hen dran und kön­nen dann ihre Frak­ti­ons­mit­glie­der infor­mie­ren. Doch wenn ich höre, dass wäh­rend der Sit­zung des Stadt­ra­tes dann Fra­gen gestellt wer­den, ob es eine Luxus­aus­füh­rung des Ret­tungs­boo­tes sein muss, dann bin ich fast geneigt zu glau­ben, dass hier die Kom­mu­ni­ka­ti­on durch­aus noch ver­bes­se­rungs­wür­dig ist.

Auch Stadt­rat Andre­as Rosen­baum von der Frak­ti­on Thü­rin­ger Vogtland/SPD/FDP ver­wies vor Ort auf die vor­an­ge­gan­ge­nen Sit­zun­gen. Wie schon betont, manch­mal fehlt ein­fach die Zeit für eine sol­che auf­wen­di­ge ehren­amt­li­che Arbeit. Dann aber wäre es gut, wenn man dem Fach­per­so­nal etwas mehr Ver­trau­en ent­ge­gen­brin­gen würde.

Zeu­len­ro­das Stadt­brand­meis­ter hät­te zu jeder Zeit Fra­gen beant­wor­tet. Er infor­mier­te auch, dass sämt­li­che War­tungs­kos­ten bei orts­an­säs­si­gen Fir­men aus­ge­führt wer­den kön­nen, was wie­der­um bei eini­gen Stadt­rä­ten Zustim­mung fand. So bleibt die­ses Geld in der Regi­on. Und dann soll­te eines nicht ver­ges­sen wer­den: Jeder könn­te mal in die Situa­ti­on kom­men und Hil­fe benö­ti­gen. So wie der­je­ni­ge, der ein­ein­halb Stun­den ver­letzt auf dem Wan­der­weg am Zeu­len­ro­da­er Meer getra­gen wer­den musste.

Mit einem ent­spre­chend aus­ge­rüs­te­ten Ret­tungs­boot wäre das zu Was­ser für alle deut­lich leich­ter gewesen.

Hei­di Henze/OTZ/13.11.2020

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