Donnerstag, 21 Januar 2021
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Feu­er­wehr wehrt sich gegen Vor­wurf der Geldverschwendung

Der Beschluss des Stadt­ra­tes ein 110.000 Euro teu­res Ret­tungs­boot anzu­schaf­fen, sorgt für Kritik

Die Stütz­punkt­feu­er­wehr Zeulenroda bekommt ein Ret­tungs­boot. Ins­ge­samt 110.809 Euro soll die
Anschaf­fung kos­ten. Abzüg­lich von För­der­mit­teln blei­ben rund 60.000 Euro, die im Haus­halt der Stadt für das Jahr 2020 ver­an­lagt sind. Eine Aus­ga­be, die auch für Kri­tik unter Stadt­rä­ten und Bür­gern sorgt. Ein Leser kri­ti­sier­te in einem Leser­brief die hohen Anschaf­fungs­kos­ten. Es hät­te die Mög­lich­keit eines Alter­na­tiv­an­ge­bo­tes über 40.000 Euro gege­ben. Auch im sozia­len Netz­werk Face­book wird die Aus­ga­be heiß dis­ku­tiert. ” Da wird Geld ver­brannt und für sozia­le Pro­jek­te ist kein Geld da” , lau­tet ein Kom­men­tar. Die Feu­er­wehr Zeulenroda kon­tert die Aus­sa­gen nun mit einer Erklä­rung, die unse­rer Zei­tung vor­liegt. ” Wir als Kame­ra­den der Stütz­punkt­feu­er­wehr sind dar­über ent­täuscht, wie und in wel­cher Form die Beschaf­fung des drin­gend erfor­der­li­chen Ret­tungs­boo­tes von der Öffent­lich­keit auf­ge­nom­men wird”, heißt es dort.

Dabei rich­tet sich die Erklä­rung der Feu­er­wehr vor allem auf die von Stadt­rat Micha­el Glock (CDU) ange­reg­te Debat­te, wonach er eine kos­ten­güns­ti­ge­re Vari­an­te für ein Ret­tungs­boot bei einem ande­ren Anbie­ter aus­fin­dig gemacht habe. Die Stel­lung­nah­me der Feu­er­wehr lau­tet: ” Wenn sich eine gan­ze Arbeits­grup­pe aus fach­lich ver­sier­ten Kame­ra­den der Feu­er­wehr die Arbeit macht, eine Aus­schrei­bung zu erstel­len, dann soll­te man die­sem Per­so­nen­kreis auch die fach­li­che Kom­pe­tenz ein­räu­men”, so der Wort­laut. So sei das ange­schaff­te Boot nicht nur zum Ret­ten und für Tauch­gän­ge kon­zi­piert, son­dern kön­ne auch vom Was­ser aus Brän­de in Ufer­nä­he löschen. Wei­ter heißt es: ” Der Frei­staat Thü­rin­gen unter­stützt die Beschaf­fung mit einer 50-Pro­zent-För­de­rung und des­sen zustän­di­ge Fach­be­hör­de prüft sorg­sam, ob das Ret­tungs­boot den ört­li­chen Anfor­de­run­gen ent­spricht” , so die Argu­men­ta­ti­on der Feu­er­wehr. Ein Blick in die Begrün­dung zum
Stadt­rats­be­schluss zeigt, dass die Anfor­de­run­gen an die Auf­ga­ben der Tau­cher­grup­pe und das für die Ein­sät­ze vor­zu­hal­ten­de Boot klar umris­sen wer­den. Dass das Löschen von Brän­den in Ufer­nä­he dazu gehört, wird dabei auch durch ver­gan­ge­ne Ein­sät­ze belegt.

Da aber bei vie­len Bür­gern anschei­nend Fra­gen auf­ge­kom­men sei­en, will die Feu­er­wehr zu einem Dia­log ein­la­den, bei der die­se sich selbst über die Arbeit und die Aus­rüs­tung, nicht nur in der Tau­cher­grup­pe, infor­mie­ren könn­ten. Sie schlägt dafür den jähr­li­chen Tag der offe­nen Tür am 1. Mai vor, sofern es die aktu­el­le Situa­ti­on zulas­se. ” Die Ver­ant­wort­li­chen der Feu­er­wehr sind jeder­zeit für ein Gespräch offen, es muss nur gewollt wer­den” , heißt es in dem Schrei­ben abschließend.

OTZ/ Bör­ner / 24.11.2020

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