Sonntag, 20 Juni 2021
Not­ruf : 112

Groß­brand im Her­zen der Stadt hält Wei­da in Atem

Ein Groß­auf­ge­bot an Feu­er­wehr und Ret­tungs­kräf­ten kämpft am Diens­tag seit den Mor­gen­stun­den gegen die Flam­men eines Wohn- und Geschäfts­hau­ses am Markt. Mitt­ler­wei­le gibt es drei Verletzte.

Fas­sungs­los schaut Ben­no Tram­pel auf das Gesche­hen. „Wir hat­ten gera­de am 1. März unser 30-Jäh­ri­ges mit dem Geschäft, das Haus war nahe­zu fer­tig saniert“, sagt der Weida­er mit brü­chi­ger Stim­me. Ihm gehört nicht nur das Tabak‑, Pres­se- und Whis­ky-Geschäft am Weida­er Markt 12, son­dern das gan­ze Haus mit vier Woh­nun­gen über dem Laden. Das Haus, dass am Diens­tag in Flam­men steht.

Die rie­si­ge Rauch­wol­ke über Weid­as Innen­stadt ist an die­sem Vor­mit­tag schon aus der Fer­ne zu sehen. Vor Ort kämp­fen seit 5.30 Uhr zahl­rei­che Kräf­te der städ­ti­schen und vie­ler umlie­gen­der Feu­er­weh­ren gegen die Flam­men. Eines der direkt ange­bau­ten Nach­bar­häu­ser hat das Feu­er im Bereich des Daches in Mit­lei­den­schaft gezo­gen, von zwei Dreh­lei­tern aus wird vom Markt und der Gera­er Stra­ße aus alles getan, ein wei­te­res Über­grei­fen zu ver­hin­dern. „Da sieht man, war­um im Mit­tel­al­ter bei einem Feu­er oft gleich die hal­be Stadt abge­brannt ist“, meint ange­sichts der engen Bebau­ung einer der vie­len Beob­ach­ter, die betrof­fen das Gesche­hen verfolgten.

Mie­ter in städ­ti­schen Woh­nun­gen untergebracht

Die Mie­ter sind zum Glück alle aus ihren Woh­nun­gen raus“, sagt Ben­no Tram­pel, der selbst nicht in dem Wohn- und Geschäfts­haus wohnt: „Der Bür­ger­meis­ter bemüht sich schon um Aus­weich­wohn­gen.“ Zunächst wur­den zehn Per­so­nen aus sei­nem und den bei­den direkt angren­zen­den Gebäu­den eva­ku­iert, spä­ter auch jene Bewoh­ner des Eck­hau­ses. Sie wur­den in einem ruhi­ge­ren Bereich des Mark­tes medi­zi­nisch betreut. Am Nach­mit­tag mel­de­te die Poli­zei, dass drei Per­so­nen mit leich­ten Ver­let­zun­gen ins Kran­ken­haus muss­ten, eine Bewoh­ne­rin sowie zwei Feu­er­wehr­leu­te, wie Ein­satz­lei­ter und Stadt­brand­meis­ter Sil­vio Schett­ler bestä­tig­te. Einer mit leich­ter Rauch­ver­gif­tung, ein wei­te­rer mit Schnittwunde.

Anwoh­ner waren zwi­schen­zeit­lich auf­ge­ru­fen, Fens­ter und Türen geschlos­sen zu hal­ten. Gera­er Stra­ße und Burg­stra­ße waren über Stun­den gesperrt. Zu Brand­ur­sa­che gibt es laut Poli­zei noch kei­ne gesi­cher­ten Erkennt­nis­se. Laut Ein­satz­lei­ter Schett­ler könn­te aber ein Defekt am Schorn­stein mög­li­che Brand­ur­sa­che gewe­sen sein. Bestä­ti­gen woll­te das die Poli­zei nicht, die Ermitt­lun­gen zur Ursa­che durch die Kri­po sind angelaufen.

Wie Bür­ger­meis­ter Heinz Hop­fe (FWG) erklär­te, habe man zunächst für zwei Fami­li­en Unter­kunft in städ­ti­schen Woh­nun­gen am Markt 14 orga­ni­siert, soll­te sich mehr Bedarf erge­ben, wür­de man wei­ter unter­stüt­zen. Unter­stützt habe die Stadt­ver­wal­tung mit ande­ren Anlie­gern am Markt, wie der Flei­sche­rei und dem Senio­ren­heim, auch bei der Ver­sor­gung der Einsatzkräfte.

Gro­ße Anteil­nah­me in der Stadt

Auch sonst ist die Anteil­nah­me in der Stadt und dar­über hin­aus groß. Eva Schmidt, die mit ihrem Mann ein Tat­too­stu­dio in der dritt­größ­ten Stadt des Land­krei­ses Greiz betreibt, hat­te kurz­fris­tig einen Spen­den­auf­ruf im Inter­net gestar­tet. „Wir haben selbst seit 14 Jah­ren unser Geschäft in Wei­da und es ist ein­fach schlimm mit anzu­se­hen, was hier den Laden­be­trei­bern und den Bewoh­nern wider­fährt“, sagt sie: „Gera­de bei einem Feu­er hat man ja meist kei­ne Chan­ce, irgend­et­was zu ret­ten.“ Man wol­le damit Trost spen­den, das Geld wer­de zu 100 Pro­zent unter den Betrof­fe­nen auf­ge­teilt, sagt Eva Schmidt.

Bei dem Online-Spen­den­auf­ruf han­delt es sich um einen soge­nann­ten Money­po­ol des Online-Bezahl­diens­tes Paypal. Dabei kön­nen je nach Mög­lich­keit auch klei­ne Beträ­ge gespen­det wer­den. Bür­ger­meis­ter Hop­fe begrüßt die gegen­sei­ti­ge Unter­stüt­zung. Gleich­zei­tig bit­tet er dar­um, gera­de mit Sach­spen­den noch zu war­ten. Die Woh­nun­gen, die man über­gangs­wei­se für die Betrof­fe­nen bereit­stel­le, sei­en teils möbliert, außer­dem gab es die Mög­lich­keit, sich in der Weida­er „Fund­gru­be“ mit not­wen­di­gen Din­gen zu versorgen.

Haus­dach wird abgerissen

Der Feu­er­wehr­ein­satz dau­er­te der­weil bis in die Abend­stun­den. Zwi­schen­zeit­lich rück­te auch das THW an, um das Dach des Brand­hau­ses abzu­rei­ßen und so mög­li­che Glut­nes­ter zu fin­den und zu bekämp­fen, erklärt Schett­ler. Heinz Hop­fe konn­te am Nach­mit­tag infor­mie­ren, dass das vom Markt gese­hen rech­te Nach­bar­ge­bäu­de mit der Apo­the­ke wie­der nutz- und bewohn­bar ist. Die Eigen­tü­me­rin und Bewoh­ne­rin des lin­ken Nach­bar­ge­bäu­des habe eine Unter­kunft gefunden.

OTZ / 13.04.2021

 

MDR-Bei­trag

Fol­gen­de Kräf­te waren im Einsatz:

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