Mittwoch, 28 Juli 2021
Not­ruf : 112

War der Brand in Pie­si­gitz ein Anschlag?

Im Zeulenroda-Trie­be­ser Orts­teil stan­den in der Nacht zum Don­ners­tag 1500 Stroh­bal­len in Flam­men. Betrof­fe­ne befürch­ten einen wei­te­ren Anschlag. Zuvor gab es schon eine Lis­te von wei­te­ren Anschlägen.

Müs­sen wir jetzt in Angst leben?“, fragt sich Mar­cel Schal­ler. Der Land­wirt mit Herz ist Betriebs­lei­ter des land­wirt­schaft­li­chen Unternehmens/Mutterkuhhaltung in Pie­si­gitz, einem Orts­teil von Zeulenroda-Triebes. Die 29-jäh­ri­ge Vivi­en Schal­ler ist Geschäfts­füh­re­rin und Bru­der Manu­ell Schal­ler (24) betreibt den ange­schlos­se­nen Lohnbetrieb.

Lösch­was­ser wur­de auf Schad­stof­fe geprüft

In der Nacht vom Mitt­woch dem 02.06.2021 auf Don­ners­tag sind gegen 22.30 Uhr 1500 Stroh­bal­len, die auf einem Feld nahe der Wohn­häu­ser gela­gert waren, in Flam­men auf­ge­gan­gen. In der nächs­ten Ort­schaft, in Mer­ken­dorf, hät­te ein Bür­ger einen gro­ßen Knall gehört und dann einen hel­len Feu­er­schein. Gemel­det wur­de ein Feu­er­schein im Wald von Mer­ken­dorf. Feu­er­wehr und Poli­zei waren weni­ge Minu­ten spä­ter vor Ort. „Beim Ein­tref­fen stan­den die Stroh­bal­len im Voll­brand“, sagt Stadt­brand­meis­ter Stef­fen Jubold aus Zeulenroda-Triebes.

Mit­glie­der der Feu­er­weh­ren aus Sil­ber­feld, Pie­si­gitz, Mer­ken­dorf , Zeulenroda und Triebes waren mit den Lösch­ar­bei­ten noch in den Vor­mit­tags­stun­den des Don­ners­ta­ges beschäf­tigt. „Es haben sich zwi­schen den Stroh­bal­len über­all Glut­nes­ter gebil­det, die nun gelöscht wer­den müs­sen“, so Jubold. Er schätz­te, dass die Lösch­ar­bei­ten bis in die Abend­stun­den dau­ern wür­den. Unter­stüt­zung erhiel­ten die Weh­ren von den Mit­glie­dern des Tech­ni­schen Hilfs­wer­kes aus Gera.

Betriebs­lei­ter fragt sich, wer dem Unter­neh­men scha­den will

Das kon­ta­mi­nier­te abflie­ßen­de Lösch­was­ser wur­de vor der Ein­lei­tung in das Tal­sper­ren­sys­tem von den Mit­ar­bei­tern der Thü­rin­ger Fern­was­ser­ver­sor­gung kon­trol­liert. Das Was­ser für die Brand­lö­schung wur­de aus zwei Tei­chen aus der Umge­bung genom­men, infor­miert Jubold. Auch spricht er den Dank an die Anwoh­ner aus, die die Ein­satz­kräf­te die gesam­te Nacht ver­sorgt haben.

Brand­an­schlag reiht sich in eine Lis­te von Anschlä­gen ein

Mar­cel Schal­ler war ges­tern Vor­mit­tag inmit­ten der­je­ni­gen, die beim Löschen der Glut­nes­ter hal­ten. Die 1500 Stroh­bal­len waren als Streu für die Stäl­le der Mut­ter­kü­he vor­ge­se­hen. „Wer will den jun­gen Leu­ten einen sol­chen Scha­den zu fügen“, fragt er sich immer wie­der. Und wie es in sol­chen Momen­ten ist, geht auch er alle mög­li­chen Sze­na­ri­en durch und nahm sich selbst unter die Lupe. „Wenn mir per­sön­lich jemand Scha­den zufü­gen will, dann soll er doch zu mir kom­men“, so der 33-Jährige.

Die­ser mög­li­che Brand­an­schlag wür­de sich ein­rei­hen in eine gan­ze Lis­te von Anschlä­gen. So wäre erst vor weni­gen Tagen die Brems­lei­tung eines Trak­tors durch­ge­trennt gewe­sen und spä­ter dann wäre ein Trak­tor ange­zün­det worden.

Gescha­det habe man mit dem Brand­an­schlag nicht nur dem Unter­neh­men, son­dern auch den Tie­ren. Dabei steht der Betriebs­lei­ter ganz klar dafür ein, dass sich ein Land­wirt­schafts­un­ter­neh­men selbst tra­gen muss. So hät­ten Schaller’s kei­ner­lei För­der­mit­tel in Anspruch genom­men. „Ob mir wegen die­ser Mei­nung jemand Schlim­mes will“, fragt er sich. Für den 33-Jäh­ri­gen ist es unverständlich.

Kri­mi­nal­po­li­zei ermit­telt zum Brand in Piesigitz

Die Kri­mi­nal­po­li­zei Gera hat die Ermitt­lun­gen zum Brand auf­ge­nom­men. Zeu­gen wer­den gebe­ten, Hin­wei­se unter Tele­fon 0365/82341465 mitzuteilen.

Hei­di Hen­ze meint, Gesicht zei­gen wäre angebracht

Wenn sich der Fall wirk­lich bestä­ti­gen soll­te, dass den Schal­lers jemand Scha­den zufü­gen will, dann reiht sich der Brand ein in die Vor­fäl­le der letz­ten Wochen. Hier haben zwar Men­schen etwas zu sagen, aber ihr Gesicht zei­gen sie nicht. Sei es in den sozia­len Medi­en, wo Namen unter Kom­men­ta­ren auf­tau­chen, die man nur als Irr­sinn betrach­ten kann. Selbst die, die in Zeulenroda glau­ben ihre Mei­nung in Ver­bin­dung mit Coro­na öffent­lich kund tun zu müs­sen, tra­gen Mas­ken. Ich kann die­se Aktio­nen nur so deu­ten, dass sie zwar etwas sagen wol­len und auch sol­len, aber nicht offen und ehr­lich hin­ter die­ser ste­hen. Fakt ist, mit dem Brand in Pie­si­gitz wur­de dem Unter­neh­men Scha­den zuge­fügt, aber viel mehr auch den Tie­ren. Ihnen wur­de die Grund­la­ge dafür genom­men, dass sie sich in ihren Stäl­len wohl­füh­len kön­nen. Ein Jahr lang hät­te das Stroh, das durch den Brand ver­nich­tet wur­de, gereicht, sagt Betriebs­lei­ter Mar­cel Schal­ler. Ganz davon abge­se­hen, wel­chen Auf­wand es zu bewäl­ti­gen gilt, um neu­es Stroh zu besor­gen. Und dann ist da auch der men­ta­le und finan­zi­el­le Scha­den der Fami­lie, der nicht ver­ges­sen wer­den darf. Soll­te sich die Ver­mu­tung bestä­ti­gen, dann wird es höchs­te Zeit Gesicht zu zeigen.

OTZ/05.06.2021

🔥 Wie­der­hol­tes Brand­ge­sche­hen am 05.06.2021 🔥
 
Har­te Tage für Land­wirt Mar­cel Schal­ler. Inner­halb kür­zes­ter Zeit zwei Stroh­brän­de auf sei­nem Hof in Piesigitz.
Ins­ge­samt etwa 1800 Stroh­qua­der und damit die Fut­ter­re­ser­ven für den Rest des Jah­res fie­len den bei­den Brän­den zum Opfer. Eben­so eine Landmaschine.
Wer oder was dahin­ter steckt und was ihm wohl als Nächs­tes bevor­steht berei­tet dem Land­wirt schlaf­lo­se Näch­te und ist momen­tan Ermitt­lung der Polizei.
 

Fol­gen­de Kräf­te waren im Einsatz:

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