Montag, 16 Mai 2022
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Lie­ber gesund, als schön aussehen“

Der Stadt­brand­meis­ter von Zeulenroda-Triebes, Stef­fen Jubold, über neue Ein­satz­klei­dung und Reformumsetzungen

Nach­dem in der jüngs­ten Sit­zung des Stadt­ra­tes von Zeulenroda-Triebes zwei Beschlüs­se gefasst wur­den, die die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr der Dop­pel­stadt betref­fen – so die Anschaf­fung neu­er Feu­er­wehr­klei­dung sowie die Umrüs­tung der Sire­nen auf elek­tro­ni­scher Basis – woll­te die­se Zei­tung wis­sen, wie der Stand bei der Umset­zung der Feu­er­wehr­re­form der Stadt aus dem Jah­re 2014 ist. Wir haben dazu Stadt­brand­meis­ter Stef­fen Jubold befragt.

Herr Jubold, inwie­weit wur­de die Feu­er­wehr­re­form erfüllt, die nun im Stadt­rat Zeulenroda-Triebes fort­ge­schrie­ben wurde?

Die Maß­nah­men aus der ers­ten Fas­sung wur­den umge­setzt. Das hat nicht nur die Zusam­men­schlüs­se ein­zel­ner Weh­ren betrof­fen, son­dern eben auch die Umstruk­tu­rie­rung der Feu­er­wehr­ein­hei­ten in den Ortsteilen.

Was gehört kon­kret dazu?

Neben den Maß­nah­men in den Orts­tei­len die neue Dreh­lei­ter für die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr Triebes sowie die Beschaf­fung des Tau­cher­boo­tes für die Stütz­punkt­wehr in Zeulenroda. Zudem ist die Dreh­lei­ter für Zeulenroda bestellt. Der Land­kreis Greiz und die Stadt Zeulenroda-Triebes haben die Kos­ten auf­ge­teilt. Der Land­kreis Greiz ist des­halb mit im Boot, weil wir in Zeulenroda ein Stütz­punkt des Land­krei­ses sind. Mit der vor­aus­sicht­li­chen Lie­fe­rung der Dreh­lei­ter im kom­men­den Jahr wäre dann ein Groß­teil der in der ers­ten Fas­sung fest­ge­schrie­be­nen Maß­nah­men erledigt.

Wer hat die Maß­nah­men der Feu­er­wehr­re­form erarbeitet?

2014, als sie grund­sätz­lich erar­bei­tet wur­den, waren es zum einen Mit­glie­der der Feu­er­weh­ren und zum ande­ren die Stadt Zeulenroda-Triebes, die für die Bil­dung eines Arbeits­krei­ses Mit­glie­der ent­sandt haben. Der Arbeits­kreis wur­de im ver­gan­ge­nen Jahr wiederbelebt.

Wel­che Maß­nah­men ste­hen nun inner­halb der Fort­schrei­bung der Feu­er­wehr­re­form an?

Es ist die Beschaf­fung eines Zwei­er-Staf­fel-Lösch­fahr­zeu­ges vor­ge­se­hen für die frei­wil­li­gen Weh­ren in den Orts­tei­len Zadels­dorf und Mer­ken­dorf. Die Fahr­zeu­ge sind jeweils mit einem 1000-Liter-Was­ser­tank aus­ge­stat­tet. Das reicht für den Erst­ein­satz. Für Mer­ken­dorf bedeu­tet die Anschaf­fung des Feu­er­wehr­fahr­zeu­ges, dass wir eine Unter­brin­gungs­mög­lich­keit schaf­fen müs­sen. Die soll durch einen Anbau an das Ver­eins­haus am Orts­ein­gang von Mer­ken­dorf passieren.

Für Triebes ist für das Jahr 2023 die Anschaf­fung eines Hil­fe­leis­tungs­lösch­grup­pen­fahr­zeu­ges (HLF 10) geplant.

Auf der jüngs­ten Stadt­rats­sit­zung wur­de ein Beschluss zur Anschaf­fung von Ein­satz­klei­dung für die Feu­er­wehr­mit­glie­der gefasst. Gilt das auch für die Ortsteile?

Der Frei­staat Thü­rin­gen hat ein För­der­pro­gramm erlas­sen, in dem den Kom­mu­nen frei­ge­stellt wur­de, ob sie Aus­gangs­uni­for­men – über die Wich­tig­keit lässt sich strei­ten –, Tages­dienst­uni­for­men oder neue Ein­satz­klei­dung für ihre Feu­er­wehr­mit­glie­der beschaf­fen wol­len. In Abstim­mung mit den Feu­er­wehr­mit­glie­dern haben sich alle für neue Ein­satz­klei­dung entschieden.

Ich begrü­ße den Ent­schluss. Schließ­lich ist es mir wich­ti­ger, dass mei­ne Mit­glie­der gesund von jedem Ein­satz nach Hau­se wie­der­kom­men, als dass sie schön aussehen.

Eine Aus­gangs­uni­form hat der Frei­staat neu ins Leben geru­fen. Das Land gibt 210 Euro pro Mit­glied dazu. Pro Klei­dung pro Mit­glied sind 460 Euro ver­an­schlagt. Wir benö­ti­gen rund 400 Mal Ein­satz­klei­dung. Die Stadt Zeulenroda-Triebes muss den Rest der Gesamt­in­ves­ti­ti­on von rund 100.000 Euro tra­gen. Die Inves­ti­ti­on soll auf zwei Jah­re auf­ge­split­tet wer­den. Die neue Ein­satz­klei­dung, die für den Außen- und Vege­ta­ti­ons­brand­ein­satz eben­so wie beim Ent­fer­nen von Ölspu­ren oder Ver­kehrs­un­fäl­len zum Ein­satz kommt, ist drin­gend erfor­der­lich. Teil­wei­se ist die Ein­satz­klei­dung der Feu­er­wehr­mit­glie­der bis zu 30 Jah­re alt. Die Atem­schutz­trä­ger haben zwar ent­spre­chen­de Schutz­klei­dung, aber ein Han­di­cap sei, dass wäh­rend der Som­mer­mo­na­te die Klei­dung so luft­un­durch­läs­sig ist, dass die Frau­en und Män­ner an ihre Gren­zen kommen.

Wer trägt denn die Kos­ten für die Anschaffungen?

Alle geplan­ten Anschaf­fun­gen kön­nen nur erfol­gen durch finan­zi­el­le Unter­stüt­zung mit För­der­mit­teln. Die Stadt allei­ne kann die Inves­ti­tio­nen nicht stemmen.

OTZ/08.12.2021

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