Montag, 16 Mai 2022
Not­ruf : 112

Ana­lo­ge Sire­nen­an­steue­rung in Zeulenroda-Triebes hat nach 40 Jah­ren ausgedient

Die Stadt­rä­te beschlie­ßen die Umrüs­tung auf digi­ta­le Steue­rung und den Neu­bau der akus­ti­schen Warnsysteme.

Sämt­li­che Sire­nen im Stadt­ge­biet von Zeulenroda-Triebes sol­len ertüch­tigt wer­den. Ins­ge­samt 28 Sire­nen sol­len umge­rüs­tet wer­den, zwei neu installiert.

Bei einer der jüngs­ten Sit­zun­gen des Stadt­ra­tes haben die Mit­glie­der beschlos­sen, dass Zeulenroda-Triebes im Rah­men einer För­der­maß­nah­me des Bun­des und des Frei­staa­tes Thü­rin­gen die vor­han­de­nen Sire­nen­an­la­gen ertüch­tigt und neue baut. Auf zwei Jah­re ist die­se För­der­maß­nah­me begrenzt. In die­sem Zeit­raum will die Stadt alle bereits exis­tie­ren­den Stand­or­te mit elek­tri­schen Sire­nen aus­stat­ten. Im Zuge des­sen muss jede bereits exis­tie­ren­de Sire­ne eine digi­ta­le Funk­an­steue­rung erhalten.

Bis zum jet­zi­gen Zeit­punkt ver­fügt die Stadt über 28 Sire­nen­stand­or­te, die auf­ge­stockt wer­den sol­len. So ist geplant, in den Gewer­be­ge­bie­ten Zeulenroda Ost I und II sowie im Trie­bes­grund in Triebes jeweils eine wei­te­re Anla­ge zu bauen.

Gewer­be­ge­biet Ost und Triebes unterversorgt

Die­ser Beschluss des Stadt­ra­tes basiert auf der Tat­sa­che, dass ein Schall­gut­ach­ten erstellt wur­de. In die­sem Zusam­men­hang wur­de geprüft, wie hoch der Anteil der mit den Sire­nen erreich­ten Bewoh­ner in den Wohn­ge­bie­ten ist. Unter der Maß­ga­be, dass min­des­tens 85 Pro­zent der Bevöl­ke­rung zu errei­chen sind, wer­den zwei zusätz­li­che Sire­nen not­wen­dig. Zudem muss gewähr­leis­tet sein, dass bei einer akus­ti­schen War­nung im Kata­stro­phen­fall auch alle Feu­er­weh­ren aus den umlie­gen­den Kom­mu­nen erreicht werden.

Dabei wären laut Gut­ach­ten zum jet­zi­gen Zeit­punkt gera­de das Gewer­be­ge­biet Ost in Rich­tung Triebes und Triebes selbst unter­ver­sorgt. Triebes ver­fügt zum Zeit­punkt ledig­lich über eine Sire­ne, die sich auf dem Gebäu­de der Regel­schu­le „Georg Kres­se“ befindet.

Eben­so ist geplant, dass sämt­li­che Sire­nen von Pri­vat­häu­sern abge­baut und auf städ­ti­schen Grund­stü­cken neu errich­tet wer­den. Zum einen wür­de dabei der unein­ge­schränk­te Zugang mög­lich sein und zum ande­ren die Besit­zer der pri­va­ten Immo­bi­li­en ent­las­tet. Zumal die Sire­nen in regel­mä­ßi­gen Abstän­den gewar­tet wer­den müssen.

Kos­ten in Höhe von 450.000 Euro veranschlagt

Die gesam­te Maß­nah­me wird durch den Bund und den Frei­staat Thü­rin­gen zu 100 Pro­zent geför­dert und umfasst ein Volu­men von rund 450.000 Euro. Der För­der­mit­tel­an­trag inner­halb die­ses Pro­gram­mes wur­de bereits gestellt, so Stef­fen Jubold, Stadt­brand­meis­ter von Zeulenroda-Triebes.

Jubold weist zudem dar­auf hin, dass die ana­lo­ge Ansteue­rung der Sire­nen seit 40 Jah­ren besteht und die­se mitt­ler­wei­le aus­ge­dient hät­te. Die elek­tro­ni­sche Ansteue­rung bedeu­tet, dass jede ein­zel­ne der Sire­nen, die jetzt noch motor­be­trie­ben sind, mit einem Funk­steue­rungs­ge­rät ver­se­hen wer­den muss. Per­spek­ti­visch soll dann nicht nur die Bevöl­ke­rungs­war­nung im Kata­stro­phen­fall mög­lich sein, son­dern auch eine Durch­sa­ge per Laut­spre­cher ermög­licht wer­den. Grund­vor­aus­set­zung sei, so Jubold, dass die Maß­nah­me im Haus­halts­plan 2022 der Stadt ver­an­kert wird.

Bun­des­wei­ter Warn­tag brach­te kein befrie­di­gen­des Ergebnis

Das auf­ge­leg­te För­der­pro­gramm ist ein Ergeb­nis des bun­des­weit durch­ge­führ­ten Warn­ta­ges im Jahr 2020. Der ers­te bun­des­wei­te Warn­tag am 10. Sep­tem­ber 2020 brach­te nicht den erhoff­ten Erfolg. Teil­wei­se waren in man­chen Orten kei­ne Sire­nen­si­gna­le zu hören. In Zeulenroda-Triebes war die Leit­stel­le im Gebäu­de der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr in Zeulenroda besetzt. Auch hier lie­fen kei­ne oder nur zeit­lich ver­setz­te Warn­si­gna­le ein.

So muss­te fest­ge­stellt wer­den, dass lan­des­weit vor­han­de­ne Sire­nen tech­nisch nicht in der Lage waren, die Signa­le für die Bevöl­ke­rungs­war­nung und ‑ent­war­nung zu sen­den. Die Warn­in­fra­struk­tur in Deutsch­land ist län­der­spe­zi­fisch und regio­nal unter­schied­lich ausgebaut.

För­der­mit­tel­an­trag eingereicht

Die Stadt­rä­te von Zeulenroda-Triebes haben dem Beschluss­an­trag zur Ertüch­ti­gung der Sire­nen und dem Um- und Neu­bau aller Sire­nen im Stadt­ge­biet zuge­stimmt unter Berück­sich­ti­gung der För­der­maß­nah­me des Bun­des und des Frei­staa­tes Thü­rin­gen. Nach aktu­el­len Kos­ten­schät­zun­gen der Fir­ma Hör­mann aus Nie­der­sach­sen und der Fir­ma Selectric aus Müns­ter decken sich die tat­säch­li­chen Kos­ten mit der Fördersumme.

Eine 100-pro­zen­ti­ge För­de­rung ist in den För­der­be­din­gun­gen vor­ge­se­hen. Ent­spre­chen­de För­der­mit­tel­an­trä­ge sind auf­grund des engen Zeit­fens­ters der Bean­tra­gung schon beim Thü­rin­ger Lan­des­ver­wal­tungs­amt in Wei­mar eingereicht.

Eine Sire­ne ist eine Ein­rich­tung zur akus­ti­schen Alar­mie­rung oder War­nung, in der Regel durch einen cha­rak­te­ris­ti­schen an- und abschwel­len­den Heul­ton. Im öffent­li­chen Bereich wer­den Sire­nen für die Alar­mie­rung der Feu­er­wehr oder für die War­nung der Zivil­be­völ­ke­rung im Kata­stro­phen­fall verwendet.

OTZ/24.12.2021

Zurück

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen