Montag, 3 Oktober 2022
Not­ruf : 112

Drei Tage, wie kei­ne anderen

Mit­glie­der der Feu­er­wehr Zeulenroda waren gut 48 Stun­den im Einsatz

48 Stun­den waren die Frau­en und Män­ner der Feu­er­wehr in Zeulenroda fast unun­ter­bro­chen im Ein­satz, um Feu­er auf Wie­sen und in den Wäl­dern zu löschen.

Sie sit­zen in ihren Stüh­len im Gebäu­de der frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Zeulenroda, als wol­len sie nicht wie­der auf­ste­hen – Chris­ti­an Komo­row­ski, Wehr­lei­ter der Stütz­punkt­wehr Zeulenroda, und sein Stell­ver­tre­ter Frank Schnei­der. Die Män­ner sind in den ver­gan­ge­nen Tagen an ihre Gren­zen gegan­gen. Die Tage wer­den sie so schnell wohl nicht vergessen.

Ich bin seit fast 30 Jah­ren in der Feu­er­wehr, doch so etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt der Mit­ar­bei­ter der Stadt­ver­wal­tung, der seit zwei Jah­ren die Mit­glie­der der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr anlei­tet. Vor 30 Jah­ren ist er der Jugend­wehr beigetreten.

 

Teils Über­schnei­dun­gen bei den Einsätzen

48 Stun­den: Am Mon­tag, Diens­tag und Mitt­woch die­ser Woche waren sie fast unun­ter­bro­chen im Ein­satz. Ein Brand wur­de nach dem ande­ren gemel­det oder gleich über­schnei­dend. Wäh­rend sie noch im Ein­satz waren, kam schon der nächs­te Hil­fe­ruf und die Feu­er­wehr­mit­glie­der wur­den gebraucht.

Kräf­te­zeh­rend wäre vor allem das Suchen des Brand­or­tes, das Vor­an­kom­men im Wald, das Krie­chen durchs Gestrüpp in vol­ler Schutz­klei­dung gewe­sen. Und dann das Zie­hen der Schläu­che oder der Trans­port mit Schub­kar­ren an den Brand­ort und der weni­ge Schlaf trotz der Anstren­gung. Zudem das Wis­sen, dass durch die dre­hen­den Win­de das Feu­er an ande­rer Stel­le wie­der ent­fa­chen könn­te. Hin­zu kam die Tem­pe­ra­tur mit über 30 Grad. „Wenn man dann noch eine Atem­schutz­mas­ke tra­gen muss, dann schwin­den die Kräf­te zuse­hends“, erklärt Frank Schnei­der die Situation.

Eigent­lich hät­te jeder Feu­er­wehr­mann oder Frau nach einer Vier­tel­stun­de am Brand­ort abge­löst wer­den müs­sen, sagt er. Doch dazu wären sie zu weni­ge, sagt er.

33 Feu­er­wehr­män­ner und ‑Frau­en waren rund um die Uhr gut 48 Stun­den im Ein­satz. Unter ihnen waren auch drei Mit­glie­der, die erst kürz­lich von der Jugend­wehr in die akti­ve Abtei­lung über­nom­men wer­den konn­ten. Auch wenn sie noch nicht direkt am Brand­ort ein­ge­setzt wer­den dür­fen, so wird doch jede hel­fen­de Hand gebraucht.

Ins­ge­samt 13 Brän­de bekämpft

Allein bei 13 Brän­den waren die Zeu­len­ro­da­er invol­viert. Ange­fan­gen hat alles am Mon­tag, um 11.03 Uhr, als ein Feld-und Wald­brand in Klein­wol­schen­dorf gemel­det wur­de. Am Mitt­woch, um 7.31 Uhr, war dann der bis­her letz­te Einsatz.

Beim ers­ten Ein­satz in Klein­wol­schen­dorf muss­ten die Feu­er­wehr­leu­te einen Wald­brand unter Kon­trol­le brin­gen. Immer wie­der auf­flam­men­de Glut­nes­ter in den tro­cke­nen Bäu­men und Gestrüpp mach­ten den Ein­satz so schwie­rig. „Als plötz­lich in den Baum­wip­feln die Flam­men schlu­gen, sind wir erst ein­mal gerannt“, sagt Schnei­der. Denn da kön­nen Bäu­me wie Streich­höl­zer umfal­len, kann ein gan­zer Wald schnell in Flam­men ste­hen, erklärt er. In die­sem Fall sind sie dank­bar für die För­der­mit­tel, die das Thü­rin­ger Forst­amt im ver­gan­ge­nen Jahr der Wehr gewährt hat. Davon konn­ten D‑Schläuche und Haken gekauft wer­den. Das wären bedeu­tend leich­te­re Was­ser­schläu­che mit einem klei­ne­ren Querschnitt.

Gehol­fen hat aber auch bei all den Ein­sät­zen, dass die Agrar­ge­nos­sen­schaf­ten, pri­va­te Bau­ern und – wie in Wöhls­dorf – auch Fir­men wie die Roth, Werk­zeug­bau GmbH, Tank­fäs­ser mit Was­ser zum Löschen bereit­stell­ten oder kis­ten­wei­se Was­ser für die Ein­satz­kräf­te brach­ten. Und dass die Droh­ne des Land­krei­ses Greiz beim Suchen der Brand­or­te im Wald und das Tech­ni­sche Hilfs­werk unter­stützt haben. Der größ­te Dank gilt aber allen Mit­glie­dern der Frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren, die durch ihre enor­me Ein­satz­be­reit­schaft, Zusam­men­halt und Kame­rad­schaft die Auf­ga­ben gemeis­tert haben.

 

Hei­di Hen­ze über die Ein­satz­be­reit­schaft der Feu­er­wehr­leu­te; Gut, dass es Euch gibt

Auch wenn es bestimmt so man­cher in den Hit­ze­ta­gen schon mehr­mals gehört hat, sage ich es auch noch mal: Es ist gut, dass es die Frau­en und Män­ner der Feu­er­weh­ren gibt. Dan­ke, dass ihr Eure Frei­zeit für unser aller Wohl opfert! So dach­ten wohl auch ande­re. Denn gera­de in den ver­gan­ge­nen Tagen wur­den von den Bür­gern der Städ­te oder auch der Per­so­nen an den Ein­satz­or­ten so man­cher Euro gespen­det. Es waren sogar Geld­schei­ne im Brief­kas­ten. Dafür sagen die Mit­glie­der der Feu­er­wehr Danke.

Zudem erin­nert Wehr­lei­ter Chris­ti­an Komo­row­ski dar­an, das im kom­men­den Jahr das 160. Jubi­lä­um der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr gefei­ert wer­den soll, zusam­men mit allen Bür­gern und Gäs­ten der Stadt. Wer die­se Fest­lich­kei­ten mit einem Obo­lus unter­stüt­zen möch­te, der kann das in Form einer Spen­de tun. Das Geld soll­te auf das Kon­to der Stadt­ver­wal­tung Zeulenroda-Triebes mit dem Ver­wen­dungs­zweck „Feu­er­wehr 160 Jahr­fei­er“ über­wie­sen wer­den. Jetzt sagen die Feu­er­wehr­leu­te schon mal im Vor­aus Danke.

OTZ/29.07.2022

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