Sonntag, 4 Dezember 2022
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Zeulenroda kann nur 24 von geplan­ten 30 Sire­nen­an­la­gen nachrüsten

Geplant war, in der Stadt ins­ge­samt 30 Sire­nen­an­la­gen neu zu ertüch­ti­gen und an den Tetra-Digi­tal­funk anzu­schlie­ßen. Für die rest­li­chen sechs war kein Geld mehr im För­der­topf des Lan­des Thüringen. 

In der Trie­be­ser Stra­ße steht eine Sire­nen­an­la­ge, in Mer­ken­dorf und Pöll­witz wur­den wei­te­re installiert.

28 Sire­nen­an­la­gen müs­sen in Zeulenroda-Triebes und in den Orts­tei­len ertüch­tigt, also nach­ge­rüs­tet und an den Tetra-Digi­tal­funk ange­schlos­sen wer­den. Zwei Anla­gen sol­len in Zeulenroda-Triebes zusätz­lich instal­liert wer­den. Ins­ge­samt 30 Sire­nen­an­la­gen soll­ten ursprüng­lich in Zeulenroda-Triebes und den Orts­tei­len neu auf­ge­baut oder nach­ge­rüs­tet werden.

Sechs Sire­nen­an­la­gen wer­den auch zukünf­tig ana­log gesteuert

Elf der Warn­an­la­gen wer­den auf einem sepa­ra­ten Mast befes­tigt, acht bekom­men oder behal­ten ihren Stand­ort auf städ­te­ei­ge­nen Gebäu­den und fünf der Anla­gen sind bereits elek­tro­nisch geschal­tet und erhal­ten noch das Zusatz­mo­dul für eine mög­li­che Alar­mie­rung im Katastrophenfall.

Somit wären 24 der ursprüng­li­chen 30 geplan­ten Anla­gen ent­spre­chend nach­ge­rüs­tet, um im Kata­stro­phen­fall die Bevöl­ke­rung mit ent­spre­chen­den Warn­si­gna­len infor­mie­ren zu kön­nen. Für die rest­li­chen sechs geplan­ten Sire­nen­an­la­ge reich­te in Zeulenroda-Triebes das erhal­te­ne För­der­geld nicht mehr. Die Stadt hat­te 512.000 Euro inner­halb des durch das Land Thü­rin­gen, spe­zi­ell durch das Minis­te­ri­um für Inne­res und Kom­mu­na­les, auf­ge­leg­ten För­der­pro­gramms bean­tragt, bekom­men haben sie letzt­lich 402.900 Euro. „Für mehr hät­te das Geld im För­der­topf nicht gereicht“, erklärt Stef­fen Jubold, Stadt­brand­meis­ter in Zeulenroda-Triebes.

Zu denen, die das Nach­se­hen haben, gehö­ren neben Lan­gen­wol­schen­dorf und Wei­ßen­dorf auch die Stadt Auma und Hohen­leu­ben sowie die Gemein­de Lan­gen­wet­zen­dorf. Alle hat­ten För­der­mit­tel aus dem Pro­gramm bean­tragt, doch hät­ten sie alle die Mit­tei­lung bekom­men, dass die För­der­mit­tel auf­ge­braucht wären. Wie es nun wei­ter­ge­hen soll, ob der För­der­topf noch ein­mal nach­ge­rüs­tet wer­den soll, weiß kei­ner der Bür­ger­meis­ter. Fakt aber ist, dass die Kom­mu­nen die Mit­tel für die Nach­rüs­tung mit den Kata­stro­phen­mo­du­len oder gar einen Neu­bau der Sire­nen­an­la­gen, wie teil­wei­se in Zeulenroda-Triebes not­wen­dig, nicht stem­men können.

Für Stef­fen Jubold, Stadt­brand­meis­ter in Zeulenroda-Triebes, sei die Situa­ti­on völ­lig unver­ständ­lich. Er ver­tritt die Mei­nung, dass hier eine Fehl­pla­nung im Ursprung vor­liegt. „Man hät­te sich doch aus­rech­nen kön­nen, wie viel Geld das För­der­pro­gramm beinhal­ten muss, um wirk­lich alle betrof­fe­nen Kom­mu­nen unter­stüt­zen zu kön­nen“, so Jubold.

Auf der Inter­net­sei­te des Minis­te­ri­ums für Inne­res und Kom­mu­na­les des Frei­staa­tes Thü­rin­gen wur­de am 3. März 2021 stolz ver­kün­det, dass das För­der­pro­gramm zur Ver­bes­se­rung der Warn­in­fra­struk­tur in Thü­rin­gen gestar­tet sei. „Bis zu 1,8 Mil­lio­nen Euro För­de­rung für die Umrüs­tung bestehen­der Sire­nen­an­la­gen“ ist es beti­telt. Der För­der­topf ist leer und wird auch leer blei­ben, so Cars­ten Lud­wig, stell­ver­tre­ten­der Pres­se­spre­cher des Minis­te­ri­ums. Sein ergän­zen­der Satz, dass das Bun­des­land Thü­rin­gen inner­halb Deutsch­lands die meis­ten Sire­nen­an­la­gen habe, wird die Bür­ger­meis­ter der betrof­fe­nen Kom­mu­nen, die leer aus­ge­gan­gen sind, wohl kaum befrie­di­gen können.

Für sie heißt es nun, die Nach­rüs­tung ihres Sire­nen­net­zes ad Acta zu legen. Dabei wäre das Anlie­gen des Minis­te­ri­ums, das bestehen­de Sire­nen­netz zukünf­tig durch die zen­tra­len Leit­stel­len mit spe­zi­fi­schen Warn­tö­nen zur War­nung und Ent­war­nung der Bevöl­ke­rung anzu­steu­ern, doch auch in die­sen Regio­nen wich­tig. So soll­te die Nut­zung der noch vor­han­de­nen ana­lo­gen Funk­tech­nik abge­löst werden.

Bun­des­wei­ter Warn­tag auf den 8. Dezem­ber verschoben

Zum bun­des­wei­ten ers­ten und bis dato ein­zi­gen Warn­tag am 10. Sep­tem­ber 2020 (die fol­gen­den Jah­re wur­de die­ser Test­lauf trotz eines Beschlus­ses der Innen­mi­nis­ter­kon­fe­renz im Jahr 2019 aus­ge­setzt, wegen Coro­na, heißt es) war es flä­chen­de­ckend in der Regi­on sehr ruhig.

Vom Bun­des­amt für Bevöl­ke­rungs­schutz und Kata­stro­phen­hil­fe (BBK) war nun zu erfah­ren, dass in dem Beschluss vor­ge­se­hen war, dass jedes Jahr am zwei­ten Don­ners­tag im Sep­tem­ber (eigent­lich 8. Sep­tem­ber 2022) der Warn­tag statt­fin­den soll. Die­ser wur­de nun ver­scho­ben auf dem 8. Dezem­ber 2022, einen Don­ners­tag. „Auch an die­sem Tag wird es ruhig blei­ben“, stell­te Stadt­brand­meis­ter Stef­fen Jubold spon­tan fest.

OTZ/08.09.2022

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