Samstag, 21 September 2019
Not­ruf : 112

24-Stun­den­schicht der Jugend­feu­er­wehr Zeulenroda

Es hät­te auch eine soge­nann­te Null-Schicht wer­den kön­nen, also ein Tag ohne Ein­satz, wie er zuwei­len, wenn auch sehr sel­ten, bei der Berufs­feu­er­wehr vor­kom­men soll. Aber damit wäre der Sinn des Vor­ha­bens ver­fehlt gewe­sen.

Am Sams­tag, dem 11.06.2016, 09:00 Uhr bis Sonn­tag, dem 12.06.2016, 09:00 Uhr traf sich die Jugend­feu­er­wehr Zeu­len

roda zur dies­jäh­ri­gen 24-Stun­den­schicht in der Stütz­punkt­feu­er­wehr Zeulenroda. Es erfolg­te eine Eröff­nung durch den Stadt­ju­gend­feu­er­wehr­wart der Stadt Zeulenroda-Triebes, Chris­ti­an Komo­row­ski, die Schlaf­plät­ze wur­den ein­ge­rich­tet und die Fahr­zeug­ein­tei­lung vor­ge­nom­men. Als die Dienst­ver­samm­lung been­det war, begann die Schicht mit einem Sta­ti­ons­be­trieb.

Noch mit­ten im Sta­ti­ons­be­trieb, bei wel­chem wich­ti­ge Hand­ha­bun­gen gelernt wer­den, wie Grund­übung der Grup­pe (Feu­er­wehr­dienst­vor­schrift 3) und die Vor­ge­hens­wei­se im Brand­fall, ging am Sams­tag gegen 12.30 Uhr der ers­te Not­ruf in der “Leit­stel­le” ein, die in den Räu­men der Stütz­punkt­feu­er­wehr Zeulenroda ein­ge­rich­tet wor­den war. Eine Rauch­ent­wick­lung im Orts­teil Lan­gen­wol­schen­dorf wur­de gemel­det. Nun fuhr der Lösch­zug, bestehend aus zwei Klein­lösch­fahr­zeu­gen, einem Vor­aus­rüst­wa­gen, einem Tank­lösch­fahr­zeug, einem Gerä­te­wa­gen Logis­tik, einem Ein­satz­leit­wa­gen und zwei Mann­schafts­trans­port­wa­gen zum gemel­de­ten Ein­satz­ort. Für Ein­satz­lei­ter Valen­tin Herbst aus der Jugend­feu­er­wehr war die Lage schnell klar: Es brann­te ein gro­ßer Holz­hau­fen. Nun gab er sei­nen Befehl an die Grup­pen­füh­rer der Fahr­zeu­ge wei­ter, um schnell den Brand in den Griff zu bekom­men. Die drei­ßig­köp­fi­ge Mann­schaft im Alter von acht bis sieb­zehn Jah­ren, arbei­te­ten schnell und sehr zuver­läs­sig, so konn­te inner­halb von 20 Minu­ten “Feu­er aus” gemel­det wer­den. Nach dem die Auf­räum­ar­bei­ten been­det waren, hieß es wie­der zurück zum Stütz­punkt, um den Sta­ti­ons­be­trieb fort­zu­set­zen. Hin­ter dem Lenk­rad der Fahr­zeu­ge saßen selbst­re­dend Mit­glie­der der Ein­satz­ab­tei­lung der Stütz­punkt­feu­er­wehr Zeulenroda. Als die Kame­ra­den wie­der im Stütz­punkt ange­kom­men sind, ging es gleich mit dem Sta­ti­ons­be­trieb wei­ter. Gegen 14.00 Uhr wur­den dann die jun­gen Kame­ra­den über ihrer Pager zu einem Gar­ten­lau­ben­brand nach Zeulenroda zum dor­ti­gen West­bahn­hof alar­miert. Schnell war Ein­satz­lei­ter Valen­tin Herbst klar, dass hier Eile gebo­ten ist. Der Lösch­zug mach­te sich auf dem Weg, um an den Ein­satz­ort zu gelan­gen. Die gemel­de­te Lage wur­de bestä­tigt und der jun­ge Ein­satz­lei­ter begann, sei­ne Befeh­le an die Grup­pen­füh­rer zu ver­ge­ben. Schläu­che wur­den ver­legt, der Angriffs­trupp rüs­te­te sich mit selbst gebau­ten Press­luft­at­mern aus und konn­te zum Brand­herd vor­ge­hen. Schnell stell­ten sie fest, dass sich noch ein Kind in der Gar­ten­lau­be befand. Die Per­son wur­de durch den Trupp geret­tet und konn­te wohl­be­hal­ten zu sei­nen Eltern zurück keh­ren.

Nun wur­de der Brand gelöscht und die jun­gen Kame­ra­den konn­ten mit der Wie­der­her­stel­lung der Ein­satz­tech­nik begin­nen. Als alle Gerä­te und Aus­rüs­tungs­ge­gen­stän­de ver­las­tet waren, konn­te der kom­plet­te Lösch­zug wie­der zum Stütz­punkt zurück keh­ren.

Jetzt war erst­mal eine Kaf­fee­pau­se mit lecke­rem Kuchen, Milch, Kaf­fee und Kakao ange­sagt. Als die jun­gen Kame­ra­den noch beim Kau­en waren, wur­de durch den Stadt­ju­gend­wart die neue Fahr­zeug­be­set­zung bekannt gege­ben. Die jun­gen Kame­ra­den stärk­ten sich und began­nen anschlie­ßend mit dem zwei­ten Teil des Sta­ti­ons­be­trie­bes, bei dem Ers­te-Hil­fe, Sprech­funk­aus­bil­dung und Kno­ten & Bun­de auf dem Aus­bil­dungs­plan stand.

Als die zwei­stün­di­ge Aus­bil­dung been­det war, ertön­ten ihre Pager: Kel­ler­brand in einem Mehr­fa­mi­li­en­haus in Zeulenroda. Die jun­gen Kame­ra­den besetz­ten ihre neu­en zuge­teil­ten Fahr­zeu­ge und fuh­ren zum Ein­satz­ort. Als der Lösch­zug in die Stra­ße ein­bog, war die Rauch­ent­wick­lung aus dem Kel­ler bereits zu sehen. Der neue Ein­satz­lei­ter Leon Schmalz aus der Jugend­feu­er­wehr ver­teil­te sei­ne Auf­ga­ben an die jewei­li­gen Grup­pen­füh­rer. Nun wur­den Schlauch­lei­tun­gen ver­legt, der Atem­schutz ange­legt und zum Brand­herd vor­ge­gan­gen. Schnell wur­de die Ursa­che gefun­den, eine defek­te Heiz­an­la­ge war der Aus­lö­ser der Rauch­ent­wick­lung. Als der Ein­satz erfolg­reich abge­ar­bei­tet war, lädt uns der Eigen­tü­mer zum Kes­sel­gu­lasch und Wie­ner­würst­chen ein. So hat­te die drei­ßig­köp­fi­ge Mann­schaft gleich ihr Abend­brot und konn­ten mit dem Aus­bil­dungs­dienst fort­set­zen, so war der Plan. Als sie gera­de fer­tig waren, schrill­ten wie­der die Pager und es ging zu einer Rauch­ent­wick­lung in einem Orts­teil von Zeulenroda-Triebes. Bei der Anfahrt dort­hin hat man bereits die Rauch­wol­ken sehen kön­nen. So konn­te sich der jun­ge Ein­satz­lei­ter Leon Schmalz schon auf der Anfahrt sein Vor­ge­hen über­le­gen. Schnell war ihm klar, hier müs­sen wir Lan­ge­we­gestre­cke mit 15 Schläu­chen ver­le­gen. Ein gro­ßer Holz­hau­fen brann­te. Nach ca. 30 Minu­ten konn­te “Feu­er aus” gemel­det wer­den und alle Kame­ra­den hal­fen mit beim zusam­men­räu­men der Tech­nik.

Jetzt war es bereits 20:30 Uhr und die Kame­ra­den hat­ten nun Frei­zeit. Es wur­de Fuß­ball, Kar­ten und Bil­li­ard gespielt, ein­zel­ne Kame­ra­den frisch­ten ihr Wis­sen an der Ein­satz­tech­nik auf.

Als es bereits 22:00 Uhr war, hieß es nun Nacht­ru­he. Die jun­gen Kame­ra­den mach­ten sich bett­fer­tig und ver­schwan­den auf ihre frisch ein­ge­rich­te­ten Lie­gen.

Gegen 22:30 Uhr ein wei­te­rer Alarm: Wohn­haus­brand im Orts­teil Pöll­witz. Die jun­gen Kame­ra­den zogen sich an und besetz­ten ihre Fahr­zeu­ge. Schnell ging es mit Blau­licht zur Ein­satz­stel­le und bereits auf der Anfahrt wur­de über die Leit­stel­le bestä­tigt, dass es sich um einen Wohn­haus­brand han­del­te, da bereits meh­re­re Bür­ger ange­ru­fen haben. Vor Ort stell­te der Ein­satz­lei­ter fest, star­ker Rauch drang aus dem Ein­fa­mi­li­en­haus und ver­gab dem­entspre­chend sei­nen Ein­satz­be­fehl. Nach bereits 10 Minu­ten konn­te “Feu­er aus” gemel­det wer­den und die ver­miss­te Per­son geret­tet und an den Ret­tungs­dienst über­ge­ben wer­den. Gegen 23:30 Uhr hieß es dann, zurück in den Stütz­punkt und die Nacht­ru­he konn­te fort­ge­setzt wer­den.

Die jun­gen Kame­ra­den schlie­fen tief und fest, als gegen 02:30 Uhr ein wei­te­re Alarm ein­ging: Feu­er­schein am Zeu­len­ro­da­er Meer. Da ein Feu­er­wehr­mann ja immer mit einem Auge wach ist in sei­ner Schicht, war es auch kein Pro­blem um die­se Uhr­zeit auf­zu­ste­hen, um den gemel­de­ten Ein­satz abzu­ar­bei­ten. Als der Lösch­zug vor Ort war, konn­te nur Fehl­alarm fest­ge­stellt wer­den und die Kame­ra­den fuh­ren wie­der in den Stütz­punkt zurück. Es dau­er­te kei­ne 5 Minu­ten und alle jun­gen Kame­ra­den haben tief und fest geschla­fen, auch die Aus­bil­der und Betreu­er.

Als gegen 5 Uhr die Son­ne auf­ging, schrill­te der Pager und es wur­de ein Brand in einer Lager­hal­le im Indus­trie­ge­biet gemel­det. Es dau­er­te kei­ne Minu­te und die jun­gen Kame­ra­den waren hell wach und besetz­ten ihre Fahr­zeu­ge. Jetzt ging es mit dem gesam­ten Lösch­zug ins Indus­trie­ge­biet. Auch der dor­ti­ge Brand konn­te schnell durch die Kame­ra­den der Jugend­feu­er­wehr gelöscht und die Per­so­nen geret­tet wer­den. Ein­satz­lei­ter Leon Schmalz gab nun den Befehl an sei­ne Mann­schaft zur Früh­stücks­zeit.

Als die Spröss­lin­ge wie­der im Stand­ort zurück­ge­kehrt waren, stand bereits das Früh­stück mit fri­schen Sem­meln, Wurst, Mar­me­la­de und vie­len ande­ren lecke­ren Din­gen auf dem Tisch.

Nach dem lecke­ren Früh­stück muss­ten nun die Schlaf­räu­me wie­der gerei­nigt und als Jugend­raum umge­räumt wer­den. Kurz bevor die­ses aller­dings erfol­gen konn­te, schrill­te der Pager und es ging zur Abschluss­übung in die Röt­lein­schu­le. Über die Leit­stel­le wur­de ein Brand eines Klas­sen­zim­mers im Werk­statt­raum gemel­det. Die jun­gen Kame­ra­den rüs­te­ten sich mit ihren Ein­satz­klei­dun­gen aus und besetz­ten die Fahr­zeu­ge. Vor Ort konn­te die gemel­de­te Lage bestä­tigt wer­den. Auch die­se Übung wur­de erfolg­reich been­det.

Bei allen Übun­gen stan­den drei­zehn Mit­glie­der der Ein­satz­ab­tei­lung, die sich dem Dienst zur Aus­bil­dung des Feu­er­wehr-Nach­wuch­ses ver­pflich­tet füh­len, den künf­ti­gen Feu­er­wehr­ka­me­ra­den zur Sei­te: Jugend­wart Chris­ti­an Komo­row­ski, Maschi­nis­ten, Grup­pen­füh­rer und wei­te­re Mit­glie­der wie Sil­vio Knorr, Mar­cus Knöd­ler, Mathi­as Ott, Frank Albert, Tobi­as Flä­mig, Chris­toph Rabe, Tho­mas Diet­zel, Sabri­na Kun­ze und Tino Eisen­schmidt. Ein gro­ßer Dank geht auch an das Küchen­per­so­nal Stef­fen Mauch und Kat­ja Ott.

Sie unter­stüt­zen die 24-Stun­den-Schicht der Jugend­feu­er­wehr Zeulenroda, die von Sams­tag, 9 Uhr, bis Sonn­tag, 9 Uhr, währ­te.

Die 24-Stun­den-Schicht hielt mit­hin so ziem­lich alle brenz­li­gen Situa­tio­nen bereit, mit denen die Kame­ra­den der Berufs­wehr tag­täg­lich kon­fron­tiert wer­den. Für die acht­jäh­ri­ge Anna Knorr, die erst seit kur­zem zur Jugend­feu­er­wehr Zeulenroda gehört, zähl­te das häu­fi­ge schnel­le Umzie­hen zu den anstren­gends­ten Anfor­de­run­gen, mit denen sie umge­hen muss­te.

Jede geplan­te Ein­satz­übung erfolg­te unter den stren­gen Augen der Aus­bil­der. Am Ende gab es eine Aus­wer­tung dazu. Die 24-Stun­den­schicht war auf jeden Fall ein rie­si­ger Erfolg und hat allen Teil­neh­mern sicht­lich Freu­de berei­tet. Bei so einem erfreu­li­chen Ergeb­nis neh­men wir ger­ne die sechs­mo­na­ti­ge Vor­be­rei­tung für die­se 24-Stun­den­schicht in Kauf, erklär­te Komo­row­ski.

Auch den gan­zen Hel­fern soll auf die­sem Wege noch­mals Dan­ke gesagt wer­den, denn nur durch die Hil­fe vie­ler Kame­ra­den der Stütz­punkt­feu­er­wehr Zeulenroda konn­te uns die­se 24- Stun­den­schicht ermög­licht und zum vol­len Erfolg wer­den.

gez.
Chris­ti­an Komo­row­ski
Stadt­ju­gend­wart der FFW
Zeulenroda-Triebes

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