Sonntag, 4 Dezember 2022
Not­ruf : 112

Groß­feu­er in Arns­grün durch Kin­der­hand verursacht

Über 60 Kame­ra­den aus Thü­rin­gen und Sach­sen bekämp­fen Brand.

Von OTZ-Redak­teur Kars­ten Schoß

Arns­grün. Die Flam­men schlu­gen meter­hoch in den Him­mel, als am spä­ten Nach­mit­tag des 1. April ein Gebäu­de eines Vier­sei­ten­ho­fes in Arns­grün brann­te. Das gemein­de­ei­ge­ne Objekt, in dem Maschi­nen des Bau­ho­fes abge­stellt waren, sowie der benachbar­te Saal wur­den erheb­lich in Mit­lei­den­schaft gezo­gen. Das gegen­über lie­gen­de Wohn­haus des Vier­sei­ten­ho­fes blieb zum Glück von den Flam­men verschont. 

Gegen 17.45 Uhr hat­ten Jugend­li­che im Arns­grü­ner Jugend­club mit­ein­an­der geses­sen, als sie plötz­lich aus dem Haus Qualm­wol­ken auf­stei­gen sahen. Sie drück­ten sofort den Alarm­knopf der Sire­ne und da eini­ge von ihnen Flo­ri­ans­jün­ger sind, rann­ten sie ins Gerä­te­haus. Weni­ge Minu­ten spä­ter war die Arns­grü­ner Wehr am Brand­herd. Man unter­such­te das bren­nen­de Neben­ge­bäu­de und begann, nach­dem dort offen­bar kei­ne Per­so­nen in Not waren, sofort mit der Brand­be­kämp­fung. Gleich­zei­tig wur­den über die Ret­tungs­leit­stel­le die Weh­ren aus Pau­sa, Syrau, Berns­grün und Zeulenroda zum Brand­ort gerufen. 

Wäh­rend eini­ge Mann­schaf­ten lösch­ten, ret­te­ten ande­re den Klein­trak­tor der Gemein­de, der dort unter­ge­stellt war. An den Streu­auf­satz und wei­te­re Klein­ge­rä­te des Win­ter­diens­tes kamen sie ange­sichts der Flam­men aller­dings nicht mehr her­an, so dass die­se durch die Feu­ers­brunst beschä­digt wurden. 

Wich­tig war auch, den benach­bar­ten Saal vor dem Vor­drin­gen des Feu­ers zu schüt­zen. Die Bestuh­lung und ande­re Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­de wur­den gesi­chert und das sich dort befin­den­de Gemein­de­ar­chiv sofort in Sicher­heit gebracht. 

Gegen 18.30 Uhr hat­ten die über 60 Kame­ra­den, die bei die­sem Groß­brand vor Ort waren, gan­ze Arbeit geleis­tet und Schlim­me­res ver­hin­dert. Da war der Brand voll unter Kon­trol­le. Den­noch ist die­ser gesam­te Sei­ten­kom­plex bis auf das Dach abge­brannt. Laut gest­ri­ger Poli­zei-anga­ben geht man momen­tan von etwa 20 000 Euro als Scha­den­sum­me aus. 

“Das war schon ein schlech­ter April­scherz”, mein­te Rolf Stil­ler, lang­jäh­ri­ger Bür­ger­meis­ter und heu­ti­ges Gemein­de­rats­mit­glied, als er sich am Don­ners­tag­abend den Brand­staub von der Feu­er­wehr­kluft klopf­te. “In den letz­ten zehn Jah­ren hat es bei uns kaum ein­mal gebrannt, da stan­den meist nur Stroh­hau­fen in Flam­men oder ein Ern­te­feld hat­te sich durch Fun­ken­flug ent­zün­det. Der letz­te Groß­brand in Arns­grün, an den ich mich erin­nern kann, war 1961, da brann­te die Kirche.” 

Kurz nach 20 Uhr tra­fen dann auch die Brand­er­mitt­ler der KPI Gera ein, die mit der Ursa­chen­for­schung began­nen. Wie die Ermitt­lun­gen erga­ben, ging der Brand von einem dort für die Grob­müll­ab­fuhr abge­stell­ten Sofa aus. Kin­der, die mitt­ler­wei­le nament­lich bekannt sind, hat­ten die­ses ange­zün­det, war am
02.04.2004 von den Ermitt­lern zu erfahren. 

Hilfs­be­rei­te Schaulust

Zum Arns­grü­ner Brand­herd geeilt waren auch Bür­ger­meis­te­rin Sabi­ne Leh­mann, Kreis­brand­in­spek­tor Ste­fan Jung­hanns und Kreis­brand­meis­ter Frank Schnei­der. Schnei­der dank­te allen betei­lig­ten Kame­ra­den und schätz­te beson­ders posi­tiv die gute Zusam­men­ar­beit der Weh­ren aus Sach­sen und Thü­rin­gen ein. Die Pau­sa­er waren allein mit 25 Kame­ra­den betei­ligt. Erfeu­lich auch die Anteil­nah­me der Bevöl­ke­rung, die der Feu­er­wehr nicht als Schau­lus­ti­ge im Wege stan­den, son­dern Sem­meln schmier­ten und die Feu­er­wehr­leu­te nach geta­ner Brand­be­kämp­fung mit Essen und Geträn­ken versorgten.

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