Garant für Ordnung und Sicherheit

2015-09-28

Am Sonnabend feierten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Dörtendorf gemeinsam mit den Einwohnern und Gästen ihr 130-jähriges Bestehen.

Der Ort Dörtendorf wurde 1293 erstmals in einem Urkundenbuch der Vögte von Weida erwähnt und hat mit Georg Kresse, dem 1604 hier geborenen Bauerngeneral des Dreißigjährigen Krieges, seinen bekanntesten Sohn. Dass der Ort aber 1847 fast komplett abgebrannt war und wieder neu aufgebaut wurde, ist weniger bekannt. Im Dörtendorfer Bürgerbuch ist aber noch mehr zu erfahren. So brannten am 18. Juli 1875 durch einen Blitzschlag sieben Wohnhäuser und Nebengebäude ab. Ein weiteres Unglück gab es am 3. Oktober 1884. Die Gebäude von Hermann Dietzsch und Heinrich Burucker wurden in der Mittagszeit vom Feuer ergriffen und brannten komplett ab. Es wurde über die Ursache am Tage von Hermann Dietzschs Hochzeit nichts ermittelt. „Dieses letzte große Feuer war dann ausschlaggebend dafür, dass man 1885 eine Ortsfeuerwehr gründete“, war am Samstag vom Dörtendorfer Wehrleiter, Torsten Hofmann, zu erfahren. Er bedauere es sehr, dass es keinerlei historische Unterlagen mehr gibt, die über die Geschichte der Wehr Auskunft geben könnten, sagte er. Heute, 130 Jahre nach der Gründung, ist die Wehr zu einem Garant für Ordnung und Sicherheit geworden und bereichert mit ihren Veranstaltungen auch das kulturelle Leben im Ort. 30 Feuerwehrleute gehören der Wehr an, von denen 14 in der Einsatzabteilung aktiv sind. Sie sind mit ihrem Kleinlöschfahrzeug (KLF) Thüringen der Triebeser Feuerwehr angeschlossen. Sechs Feuerwehrleute haben sich zuletzt qualifiziert und die Berechtigung zum Tragen von Atemschutzgeräten erworben. „Zum Glück beschränkten sich unsere Einsätze in diesem Jahr nur auf Ausbildung und Übungen“, sagte der Wehrleiter. Er verwies dabei vor allem auf die Großübung am 1. Juli im Zeulenrodaer Bio-Seehotel, wo die Dörtendorfer zusammen mit 13 weiteren Ortswehren den Ernstfall trainierten. Bei der Einsatzübung der Triebeser Wehr am 29. Mai bei einem simulierten Gebäudebrand An den Schrebergärten waren die Dörtendorfer ebenfalls dabei und sorgten für die Verlegung der Schlauchstrecke vom Feuerlöschteich bis zur Brandstelle und für die Wasserversorgung.

Gäste aus vielen umliegenden Orten

Am Samstag wurde den Mitgliedern erst einmal für ihre hohe ehrenamtliche Einsatzbereitschaft gedankt. Dazu waren die Feuerwehrleute der Stützpunktwehr Zeulenroda und der Wehren aus Triebes, Niederböhmersdorf und Staitz gekommen. Die Grüße seitens der Stadt Zeulenroda- Triebes überbrachte deren Beigeordneter Reiner Spanner(CDU). Er würdigte das Ehrenamt der Wehr und stellte fest: „Die Feuerwehr ist eine Stütze der Gemeinde. Da, wo die Feuerwehr aktiv arbeitet, da ist auch das Gemeindeleben in Ordnung. Das ist auch hier so“. Im Anschluss dankte der Wehrleiter den Dörtendorfern Andreas Staps und Frank Peterlein sowie der Interessengemeinschaft 1850 für die Unterstützung der Wehr. Im Anschluss konnten die Feuerwehrleute ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis stellen. Viel Zuschauer hatten sich rund um das Feuerwehrhaus und Dorfgemeinschaftshaus eingefunden, als dort eindrucksvoll die Bekämpfung eines Wohnungsbrandes vorgeführt wurde. Danach wurde der Feuerwehreinsatz nach einem Verkehrsunfall nachgestellt. Auch ansonsten war es ein Tag mit und für die Ortsbewohner. Die Kinder konnten sich auf der Hüpfburg austoben und auch einmal in das Feuerwehrfahrzeug steigen. Dazu gab es eine Technikschau. Die Zeulenrodaer hatten ihr modernstes Löschfahrzeug mitgebracht und die Triebeser ihre Drehleiter. „Dieses historische Fahrzeug aus dem Jahr 1965 versieht noch heute zuverlässig seinen Dienst“, erklärte der Triebeser Berthold Pfeil. Im Gemeinschaftshaus war eine Fotoausstellung, die Brände und Einsätze der Aktiven dokumentierte, zu sehen. Ein besonderer Anziehungspunkt war auch der Kühlschrank im Feuerwehrhaus. Auf diesem hatte sich vor zwei Jahren nach der Thüringen-Rundfahrt die mehrfache Radsportweltmeisterin Hanka Kupfernagel mit dem Spruch „Dank Euch Jungs“ verewigt. Sie war zum Rosteressen eingeladen worden, hatte mit einer Teamkollegin die Feuerwehr besucht und ein paar Stunden mit den Feuerwehrleuten geplaudert, denn der „Hankaberg“ gehört schließlich zur Region. Beim gemütlichen Beisammensein im Festzelt saßen am Sonnabend die Besucher und Feuerwehrmitglieder zusammen. Die Frauen der Feuerwehrmänner hatten zehn große Kuchen gebacken und die Bewirtung übernommen. So wurde es eine abwechslungsreiche und gelungene Feier der Dörtendorfer Feuerwehr, an der viele Anteil hatten.

OTZ/28.09.2015/Schoß

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