Schmunzelnd in Erinnerungen schwelgen zum Treffen in Mehla

2015-02-09
"Sei gegrüßt, mein Freund", schallte es durch den kleinen Aufenthaltsraum des Gerätehauses der freiwilligen Feuerwehr in Mehla, einem Ortsteil von Zeulenroda-Triebes, am Freitagabend.

Die Mehlaer Feuerwehrleute empfingen ihre Freunde aus Gössenreuth. Gemeinsam haben sie das runde Jubiläum ihrer Freundschaft begangen. Fast auf den Tag genau vor 25 Jahren schlossen die bayerischen und thüringischen Feuerwehrleute Freundschaft. Und so hatten die Gössenreuther nicht ohne Grund ein fein säuberlich gerahmtes Foto in der Tasche und die Mehlaer extra einen Wimpel anfertigen lassen.

So ungewöhnlich wie diese Freundschaftsbeziehung zustande kam, so herzlich sind die Begegnungen heute noch. Der eigentlich "Schuldige", Dietger Schoenke aus Mehla, war auch am Freitagabend in der Mitte der wild darauf los plaudernden Männerschar zu finden. Wenn er nicht an dem 11. November 1989 mit Tochter und Neffe losgefahren wäre, um den "Westen" erkunden zu wollen, dann würde es möglicherweise auch heute noch keine Freundschaft zwischen den Gössenreuthern und den Mehlaern geben.

Doch wie es so oft im Leben ist: "Es war ein Glücksfall", betonten Gernot Geyer aus Gössenreuth und Schoenke aus Mehla fast gleichzeitig.
Der Mehlaer jedenfalls hatte in seinem Lada einen Kanister voller Benzin, den er loswerden wollte, um seine Geldbörse mit dem beliebten "Westgeld" aufzubessern. Schließlich war das so genannte "Westgeld" knapp. Nach einigen Fehlversuchen landete er schließlich in Gössenreuth und da blickte just in dem Moment, als Schoenke in den Ort einfuhr, Gernot Geyer aus dem Fenster. Er lud Dietger Schoenke zu sich in die Wohnung ein. Mit dabei war der damals neunjährige Achim Geyer. "Die haben die Schuhe ausgezogen", erinnert sich der junge Mann, der heute Vereinsvorsitzender des Feuerwehrvereins Gössenreuth ist. Auch wäre damals plötzlich Stau auf der Autobahn gewesen. "Das kannten wir gar nicht", so Geyer . "Alles war damals", ergänzt Markus Matussek am Freitagabend. Er ist heute Kommandant der Gössenreuter Wehr.

Im Gespräch vor 25 Jahren jedenfalls wäre schnell klar geworden, dass der ostdeutsche Dietger Schoenke und der westdeutsche Gernot Geyer beide in der freiwilligen Feuerwehr waren. Es kam, wie es kommen musste: Ein Treffen der Wehren beider Seiten folgte am 3. Februar 1990. Landrat und Bürgermeister sowie die Feuerwehrleute empfingen eine Abordnung aus Mehla. Damals war der Ort Mehla noch eine selbstständige Gemeinde im Kreis Zeulenroda. "Wir haben die letzte DDR-Mark verprasst", erzählen die Mehlaer.

Zudem wurde bei dieser Begegnung festgestellt, dass die Größe der Ortschaften, die geografische Lage sowie Freud und Leid fast identisch waren. Lediglich ist Mehla ein Durchgangsdorf und in Gössenreuth endet die Straße. Dafür aber liegen die Oberfranken in ziemlicher Nähe der Autobahn A 9 (München-Berlin), nahe des Autobahndreiecks Bayreuth/Kulmbach und müssen zu so mancher Hilfeleistung ausrücken. Gössenreuth gehört zur Gemeinde Himmelkorn mit Lanzendorf und zählt rund 3600 Einwohner. Mehla hingegen ist heute ein Ortsteil von Zeulenroda-Triebes. Die Doppelstadt zählt gut 18000 Einwohner. Mehla hat gut 300 Einwohner und davon sind 21 Frauen und Männer in der freiwilligen Feuerwehr. Die bayerische Wehr zählt rund 110 Mitglieder, 35 sind in der aktiven Wehr. Und sie verfügen über ein "richtig großes Gerätehaus".
Zudem nennt man den Wehrleiter in Oberfranken Kommandant, während die Mehlaer einen Wehrführer haben.

Was aber die Freundschaft beider Wehren anbelangt, so gab es mittlerweile zahlreiche Begegnungen. Zusammen feierte man die Jubiläen der Ortschaften. Denn der Mehla feierte im Jahr 2012 das 550-jährige Jubiläum und die bayerischen Freunde im Jahr 2003 das 500-jährige Jubiläum. Feuerwehrjubiläen auf beiden Seiten wurden seitdem nicht mehr ohne die Freunde gefeiert und das neue Feuerwehrfahrzeug in Gössenreuth begoss man gemeinsam. Viele Flaschen wurden seitdem bei gemeinsamen Weinabenden geleert und man besuchte Städte wie Leipzig und Bayreuth.

Doch die Geschichten von damals sind auch heute nicht vergessen und werden wohl auch bei den folgenden Generationen immer wieder zum Schmunzeln anregen.

Heidi Henze / 09.02.15 / OTZ

Mehla feiert seine Feuerwehr

2014-06-23

Gaudi-Wettkampf und Kinderbelustigungen am Sonnabend.



Wenn Feuerwehrleute feiern, dann dürfen Spritzen und Wasser nicht fehlen. So war es auch am Sonnabend, als die Freiwillige Feuerwehr Mehla nicht nur zu ihrem 130. Geburtstag sondern auch zum 20. Jahrestag des Feuerwehrvereins geladen hatte.

Der Gaudi-Wettkampf, an dem sich insgesamt sieben Mannschaften beteiligten, hielt dann gleich beides parat. Zuerst galt es, mit einer auf dem Helm montierten Wasserspritze einen Eimer zu füllen, bevor es in Schubkarren durch einen Slalom ging und am Ende Feuerwehrspritzen x-beinig über den Platz transportiert und ohne Hände in Löchern einer Wand abgelegt werden mussten.

Die Teams, die dieses in schnellstmöglicher Zeit versuchten, kamen aus Mehla - Kulturverein und Feuerwehr stellten gleich jeweils zwei Mannschaften - aus Dörtendorf, aus Triebes und von der Partnerwehr Gössenreuth/Bad Berneck. Die zweite Station des Gaudi-Wettkampfs war am späteren Nachmittag das Strohballenrollen, das in Mehla bereits traditionell durchgeführt wurden.

Doch das kleine Spaß-Turnier war nicht der einzige Höhepunkt des Sonnabends. Neben Musik und Tanz wurde auf dem Festplatz ein Hammelauskegeln veranstaltet. Auch für die jüngsten Gäste war mit Hüpfburg, Kinderschminken und Glücksrad und einem eigenen Gaudi-Wettkampf gesorgt.

Tobias Schubert / 23.06.14 / OTZ
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