Stützpunktfeuerwehr

Feuerwehren der Zeulenrodaer Region meistern Übungs-Großeinsatz

2018-10-13

In einem Gebäude bricht Feuer aus. Die Räume sind nur über einen Gang zu erreichen und mehrere Personen sind eingeschlossen. Ein Horrorszenario für die Feuerwehr.

Langsam verschwindet die Sonne hinter dem Bürogebäude in der Wemastraße. Plötzlich zerschneiden Schreie die Idylle. „Feuer! Hilfe!“, ruft es aus einem offenen Fenster im zweiten Stock. Menschen schauen hinaus und winken hektisch nach unten.

Um 18.24 Uhr alarmiert die zentrale Leitstelle in Gera die Feuerwehren in Zeulenroda, Niederböhmersdorf und Langenwolschendorf. „Brand in einem Bürogebäude. Mehrere Personen sind eingeschlossen“, knarzt es aus dem Funkgerät des Stellvertretenden Wehrführers der Stützpunktfeuerwehr Zeulenroda Christian Komorowski.

Mit einem roten Kombi mit der Aufschrift Feuerwehr düst er los, um sich als Einsatzleiter vor Ort eine Übersicht zu verschaffen. Das ist der Anfang eines Einsatzes, der 63 Feuerwehrleute aus neun Wehren bis spät in den Abend beschäftigen wird.

Zum Glück handelt es sich bei diesem Szenario am Donnerstag nur um eine Übung. Einmal im Jahr proben die Wehren aus Zeulenroda und der Umgebung den Ernstfall. „Die Kameraden aus den kleineren Dörfern fahren mitunter nur einmal im Jahr zu einem Einsatz raus. Aber auch für alle anderen ist es wichtig, ihre Fähigkeiten unter realistischen Bedingungen auszutesten“, sagt Komorowski.

Um 18.32 Uhr sind die Einsatzkräfte aus den drei alarmierten Wehren vor Ort. Wenn man bedenkt, dass die Feuerwehrleute erst aus ihren Wohnungen zur Wache fahren müssen, eine heraussragende Zeit. Komorowski sagt, einige Kollegen hätten anfangs nicht gewusst, dass es sich um eine Übung handelt. Die Hilfsfrist beträgt zehn Minuten.

Einsatzleiter koordiniert die Aufgaben der Wehren

Einsatzleiter Komorowski verortet den Brand im dritten Stock, weil dort der meiste Rauch ins Freie strömt. Der mit einer Nebelmaschine erzeugte Qualm führt dazu, dass in den Etagen, in denen die Personen eingeschlossen sind, die Hand vor den Augen kaum zu sehen ist. Die Hilfesuchenden sind im zweiten und vierten Stock. Bei einem Brand wäre der Rauch schwarz und giftig. Ein Feuerwehrmann fordert die Personen von unten auf, in den Räumen und am Fenster zu bleiben.

Schnell wird klar: Die Ressourcen werden nicht reichen. Komorowski alarmiert die Feuerwehren aus den umliegenden Standorten nach. Eine viertel Stunde nach dem der Alarm ausgelöst wurde, sind auch diese Einsatzkräfte eingetroffen. An der Frontseite fährt eine Drehleiter aus, um die Menschen im vierten Stock zu befreien. Das geht relativ leicht. Etwas schwieriger ist es auf der zur Straße gewandten Seite des Gebäudes. Ein Metallzaun und eine Wiese verhindern den ¬sicheren Stand des Drehleiter-Fahrzeugs. So muss eine Schiebeleiter ran. Die richtige Ausrichtung an der Fassade zu finden fällt nicht leicht. Schließlich klettert ein Feuerwehrmann nach oben, um die Personen zu befreien. Diese werden gesichert und dürfen nach unten klettern.

Was machen, wenn die Eingeschlossenen nicht schwindelfrei sind? „Dann muss man ruhig erklären, dass es keine andere Möglichkeit gibt, gerettet zu werden“, sagt Komorowski.

Inzwischen wird es von Minute zu Minute finsterer. Gut, dass die nachgerückten Kollegen auf dem Parkplatz vor dem Gebäude für taghelle Beleuchtung sorgen. „Der Zeitpunkt der Übung war absichtlich so gewählt. Bei einbrechender Dunkelheit ist es wichtig, rechtzeitig für Licht zu sorgen“, sagt Komorowski. Das Wasser läuft inzwischen durch die Schläuche und gegen 18.45 Uhr haben die Atemgerätträger das Feuer entdeckt. In dem Fall: Eine blinkende Lampe neben der Nebelmaschine.

Mit schwererer Rüstung durch Rauch und Feuer

Vier Trupps mit schwerem Gerät ziehen bei diesem Einsatz durch das Gebäude. Sie haben die heißeste Aufgabe. Ihre Ausrüstung mit Pressluftatmer, Brechzeug und dem Atemschutzhelm wiegt gut 15 Kilogramm. Im Ernstfall kommt noch die Hitze des Feuers hinzu. Sie brauchen eine spezielle Ausbildung und müssen ihre Gesundheit nachweisen. Stets zu zweit durchkämmen sie die Räume. Zwei weitere Geräteträger bleiben zur Absicherung vor dem Gebäude. „Die müssen eingreifen können, falls etwas schief läuft“, sagt Komorowski.

Es ist 19 Uhr. Das Feuer ist gelöscht, die Personen sind in Sicherheit. Ein letzter Trupp mit Atemgeräten durchkämmt das Gebäude – leuchtet in jede Ecke und ruft nach unentdeckten Personen. Obwohl mobile Lüfter den Rauch herausblasen und die Fenster geöffnet sind, fällt die Sicht noch immer schwer. Der Trupp öffnet Schränke und schaut in Nischen. „Kleine Kinder verstecken sich oft in Schränken“, sagt Komorowski.

Jetzt geht es daran die Einsatzfähigkeit wiederherzustellen und die Übung auszuwerten. „Wir ziehen ein positives Fazit“, sagt er. Die schnelle Einsatzbereitschaft, das Zusammenspiel der Wehren und die Vorgehensweise während des Einsatzes haben ihm gut gefallen.

Um 21.30 Uhr ist die Nachbesprechung beendet. Eine halbe Stunde später aber, löst der Alarm in Zeulenroda erneut aus. Ein Wildunfall bei dem Öl austritt. Doch man wisse nie, was hinter dem nächsten Alarmklingeln steckt. Und da ist es gut, das Übungslevel Großeinsatz erfolgreich gemeistert zu haben.

Eckpunkte des Einsatzes:
Das Szenario des Übungseinsatzes: Ein Brand in der dritten und vierten Etage eines -Bürogebäudes. Verletzte Personen sind in mehreren Wohnungen von Rauch und Feuer eingeschlossen.

Die beteiligte Wehren waren: Stützpunktfeuerwehr Zeulenroda, Niederböhmersdorf, Langenwolschendorf, Pöllwitz, Weckersdorf, Pahren, Kleinwolschendorf, Merkendorf/Silberfeld und Zadelsdorf

63 Feuerwehrleute waren insgesamt vor Ort im Einsatz.

Diese Fahrzeuge waren im Einsatz: Einsatzleitwagen, Kommandowagen, Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug, Tanklöschfahrzeug TLF 16/24, Drehleiter DLK 23/12, Gerätewagen Logistik, Gerätewagen Atemschutz/Strahlenschutz, Löschgruppenfahrzeug 8/6, vier Kleinlöschfahrzeuge Thüringen, vier Mannschaftstransportwagen.

Norman Börner / 13.10.18

Einsatzübung der Kameraden der Stützpunktwehr Zeulenroda zur Wochenendschulung

2018-09-11

Realitätsnahe Übung am Sonntagmorgen zwischen Niederböhmersdorf und Triebes

Eine in dieser Form und mit dem Ausmaß noch nie stattgefundene Feuerwehrübung wurde am Sonntagmorgen auf der Straße zwischen Niederböhmersdorf und Triebes durchgeführt.

Die Einsatzkräfte der Stützpunktwehr Zeulenroda, die seit Freitagabend eine Wochenendschulung im Schullandheim in Zeulenroda Schwarzbach durchführten, wurden gegen 9.30 Uhr alarmiert. Es wurde ein Verkehrsunfall mit einem Pkw BMW, einem Motorrad und einer Wandergruppe simuliert, Das Auto kam aus Richtung Triebes und wollte an der Kreuzung in Richtung Niederböhmersdorf einem Moped ausweichen, dabei kam es zum Zusammenstoß. In der Folge fuhr der Pkw in eine Wandergruppe, die sich ebenfalls im Kreuzungsbereich befand.

„Einen solchen Verkehrsunfall haben wir in dieser Form noch nie durchgeführt. Einzeln wurden die Szenerien in der Theorie durchgegangen, doch in der Gemeinschaft und in der Praxis noch nicht“, sagt Mike Schenderlein, Wehrleiter der Stützpunktwehr Zeulenroda. An diesem Tag war er auf dem Beobachtungsposten.

Eine große Anzahl von verletzten Personen

14 verletzte Personen wurden angenommen. Davon wurden neun Verletzte aus der Wandergruppe angenommen, vier verletzte Personen befanden sich im BMW und sowie der Motorradfahrer.

Das Hauptaugenmerk der Übung lag auf der Bergung und Versorgung der Verletzten sowie auf der Teamarbeit und der Verständigung untereinander.

Die Verletzten stellte die Jugendfeuerwehr Zeulenroda und die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Triebes. Sie waren wahrlich realitätsnah geschminkt. Das Verbandsmaterial stellte das DRK, Kreisverband Landkreis Greiz, zur Verfügung und die Rettungsambulanz GmbH war mit einem Fahrzeug vor Ort.

Nach acht Minuten nach der Alarmierung traf das erste Fahrzeug vor Ort ein. Alle anderen folgten im Minutentakt.

Am Ende waren rund 60 Feuerwehrleute involviert. Die Einsatzleitung hatte an diesem Tag Steve Johannes und Silvio Knorr. Beide Feuerwehrleute gehören zu den Führungskräften und hatten einen gewaltigen Stresstest am Sonntagmorgen zu bestehen. Es galt, die Verletzungen derjenigen Personen, die ziemlich verteilt auf der Kreuzung, an den Straßenrändern und auf dem angrenzenden Feld lagen, aufzunehmen, zu handeln und beruhigend auf die Menschen einzuwirken. Es musten ebenso die Insassen aus dem Fahrzeug geborgen werden. Das Fahrzeug musste mit einem Spreizer geöffnet werden, da Beifahrer und Fahrer eingeklemmt gewesen waren. Zwischenzeitlich kümmerten sich die anderen Helfer um die Verletzten. Ein Notaufnahmezelt wurde aufgestellt und ein Hubschrauberlandeplatz eingerichtet.

Für Wehrleiter Mike Schenderlein ist die Übung ausbildungstechnisch und zeitgemäß sehr gut abgelaufen. „Klar, sind Fehler aufgetreten, die es nun gilt zu beheben“, sagt er.

Am Ende bezeichnet er die Wochenendschulung als erfolgreich und bedankt sich bei den Firmeninhabern, die es der Feuerwehr ermöglicht haben in ihren Firmen realitätsnahe Übungen durchzuführen.

OTZ / Heidi Henze

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