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Zeulenrodaer Feuerwehr taucht ab, um zu helfen

2018-08-16

Eine Woche lang übt die Tauchergruppe der Feuerwehr Zeulenroda, um im Fall eines Einsatzes als eingespieltes Team agieren zu können

Acht Grad. Null Sicht. Mit jedem Flossenschlag, bei jeder Berührung des Bodens wird der Grund aufgewühlt. Die einzige Verbindung der Taucher, die in einem stillgelegten und gefluteten Steinbruch in die Tiefe gehen, ist eine gelbe Leine. Darüber werden sie von einem Kollegen an der Wasseroberfläche dirigiert. Die Bedingungen sind zwar alles andere als gut, aber perfekt geeignet für das einwöchige Trainingslager der Tauchergruppe der Feuerwehr Zeulenroda. Denn was die 13 Mitglieder hier regelmäßig einmal im Jahr üben, müssen sie auch im Ernstfall beherrschen und blind abrufen können.

Es blubbert. Luftblasen steigen auf und verteilen sich in konzentrischen Kreisen an der Wasseroberfläche. Sonst sind nur einige Bojen zu sehen. Maik Wieduwilt, Alexander Wilhelm und Sören Heinrich produzieren die Blasen. Unter Wasser in etwa zehn Metern Tiefe ist es ihre Aufgabe, den Weg von Boje zu Boje zu finden, ohne zu sehen, in welche Richtung sie müssen. Denn dort ist es duster, aufgewühlter Schlamm vernebelt die Sicht. „Die ist dort unten gleich null“, sagt Olaf Werner, Leiter der Tauchergruppe der Feuerwehr Zeulenroda. Aber genau solche Bedingungen im Trainingslager-Tauchrevier seien perfekt. Auch ansonsten ist der stillgelegte Steinbruch für die Feuerwehrtaucher bestens geeignet: „Wir stören hier niemanden und werden selbst nicht gestört. Und wir können unser Material auch über Nacht hier stehen lassen“, sagt Werner. Das wäre am Zeulenrodaer Meer nicht möglich.

So können sich die Männer und Frauen komplett nur auf das konzentrieren, worum es beim jährlichen Trainingslager geht. Es ist ein Lehrgang der Landesfeuerwehr-und Katastrophenschutzschule Bad Köstritz. Im gesamten Freistaat gibt es nur zwei Feuerwehr-Tauchergruppen, eine bei der Berufsfeuerwehr Gera und eben die in Zeulenroda. Gerade gibt es zwei Feuerwehrleute in Zeulenroda, die die Ausbildung zum Feuerwehrtaucher absolvieren. Und die hat es in sich, dauert zwei bis drei Jahre plus mindestens eine Wintersaison, die die Absolventen bis zur Prüfung zum Deutschen Rettungsschwimmerabzeichen in Silber, die neben der Ausbildung zum Feuerwehrmann und Atemschutzgeräteträger Voraussetzung ist, einrechnen müssen.

Maik Wieduwilt, Alexander Wilhelm und Sören Heinrich tauchen auf, ziehen ihre Masken und Flossen aus. Ihren Eingewöhnungstauchgang haben sie absolviert. Nun bereiten sich André Kneupel und Julia Schenderlein vor. Kneupel geht mit Vollgesichtsmaske und einem wasser- und gasdichten Trockentauchanzug ins Wasser. Darunter trägt er warme Kleidung, um in zehn Metern Tiefe bei acht Grad nicht zu frieren. Julia Schenderlein zieht einen Nasstauchanzug an, legt ihre Druckluftflasche und einen Bleigürtel an. Circa 20 Kilo Gewicht lasten so zusätzlich auf ihr. Sie ist zunächst Ersatztaucherin, falls ihrem Kollegen André Kneupel während des Tauchgangs etwas passiert. So ist es auch im Ernstfall. Jeder muss sich auf jeden verlassen können und die Kommandos verstehen. „Das ist überlebenswichtig für uns“, sagt Olaf Werner.

Während unter Wasser alles glatt läuft, muss auch die Kommunikation über Wasser routiniert abgespult werden – ob es die vom Signalleinengeber zum Taucher ist, der Kontakt über den Ultraschallsprechfunk und zum Taucheinsatzführer oder etwa zu übergeordneten Krisen und Führungsstäben. Auch das Bojensetzen und der Umgang mit dem Schlauchboot mit Außenbordmotor wird geübt.

Apropos Boot: Das ist für einen Taucheinsatz vom Wasser aus eigentlich nicht geeignet. Das aber wäre wichtig, denn eine Signalleine misst nur 80 Meter, das Zeulenrodaer Meer ist an der Talsperrenbrücke etwa 30 Meter tief. Wenn es dort zu einem Einsatz aus kommen sollte, können die Zeulenrodaer Taucher vom Ufer aus nur schlecht helfen. Eine Neuanschaffung wäre wichtig. „Ein drückendes Pro­blem“, sagt Werner, zumal der Bade- und Wassersportbetrieb auf der Talsperre zunimmt. Aber er ist froh über die Unterstützung der Stadt ist, die sich eine Tauchergruppe leistet, obwohl dies keine Pflichtaufgabe ist.

Cordula Fischer / 16.08.18

Taucher fischen Gegenstände aus der Talsperre Zeulenroda

2018-06-21

Brillen, Handy, Schuhe und noch manches mehr werden aus dem Wasser geholt

Seit über 20 Jahren bereinigen die Mitglieder der Tauchergruppe der Freiwilligen Feuerwehr Zeulenroda die Talsperre Zeulenroda.

Dieses Mal waren sie im Einsatz am Bootssteg am Bio-Seehotel und am Strandbad. Die Wasserschule Thüringen sowie Privatpersonen hatten darum gebeten. Wiedereinmal waren Besitzern Handy, Brille und Schuhe abhanden gekommen. Sie waren allesamt in den Fluten des Zeulenrodaer Meeres gelandet.

Doch leider fischen die ­Taucher alljährlich auch stets wieder etliches an Unrat aus der hiesigen Talsperre wie ­Bierflaschen und -dosen und diversen anderen Abfall. André Kneupel und Klaus Zipfel, beide Taucher der Tauchergruppe Zeulenroda, suchten nicht nur am Bootssteg am Bio-Seehotel den Wasserbereich ab, auch am Strandbad in Zeulenroda wurde der Bereich am Bootssteg sowie unter den Buttons und der Rutsche nach Gegenständen, die dort nicht hineingehören, abgesucht.

Sie fanden ein Handy, das bereits an seinen Besitzer wieder zurückgegeben werden konnte. Sonnenbrillen, Badeschuhe, eine Senke von einer Angelausrüstung und einiges mehr wurden außerdem entdeckt und aus dem Wasser geholt.

„Einen ins Wasser gesunkenen Schlüssel zu finden, ist ganz schwierig. Der setzt sich tief in den Schlamm“, sagt Klaus Zipfel. Gefunden wurde aber schon ein Schwert eines Segelbootes. Das würde beim Fallen ins Wasser wie ein Gleitbrett schweben. In etwa 30 Meter Entfernung vom Ufer haben es die Zeulenrodaer Taucher ausfindig gemacht und dem Besitzer wieder überbracht. „Bisher haben wir alles gefunden, was ins Wasser gefallen war“, sagt Klaus Zipfel.

Auch der Bereich unterhalb der Talsperrenbrücke erforderte schon einen Einsatz. Dieses Mal allerdings war das Tauchen hier nicht möglich. Momentan sind die Sichtverhältnisse sehr schlecht. Das Wasser unter der Brücke sei aufgewühlt durch Regenfälle. Die Sicht ist in sechs Meter Tiefe bis auf wenige Meter eingeschränkt.

Heidi Henze / 21.06.18

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